Ektopie – Definition, Ursachen und Behandlung
Ektopie bezeichnet die Verlagerung eines Organs oder Gewebes an einen ungewöhnlichen Ort im Körper. Sie kann angeboren oder erworben sein.
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Ektopie bezeichnet die Verlagerung eines Organs oder Gewebes an einen ungewöhnlichen Ort im Körper. Sie kann angeboren oder erworben sein.
Was ist eine Ektopie?
Der Begriff Ektopie (von griechisch ektopos = außerhalb des Ortes) beschreibt das Vorkommen von Gewebe oder einem Organ an einer anatomisch ungewöhnlichen Stelle im Körper. Dabei kann es sich um eine angeborene Fehlbildung handeln oder um eine im Laufe des Lebens erworbene Verlagerung. Ektopisches Gewebe besitzt in der Regel dieselben zellulären Eigenschaften wie das Gewebe am ursprünglichen Ort, befindet sich aber eben nicht dort, wo es anatomisch hingehören würde.
Formen der Ektopie
Es gibt viele verschiedene Arten von Ektopien, die unterschiedliche Organe und Gewebe betreffen können. Zu den häufigsten zählen:
- Zervikale Ektopie (Ektropium): Hierbei liegt Zylinderepithel, das eigentlich die innere Zervix auskleidet, auf dem äußeren Muttermund. Diese Form ist besonders häufig und oft ein Zufallsbefund bei gynäkologischen Untersuchungen.
- Ektopes Magengewebe: Magengewebe, das sich an untypischen Stellen, z. B. im Dünndarm oder im Meckel-Divertikel, befindet.
- Ektope Schilddrüse: Schilddrüsengewebe, das sich nicht an der üblichen Stelle im Hals befindet, sondern z. B. an der Zungenbasis oder im Mediastinum.
- Ektope Niere: Eine Niere, die sich nicht an ihrer normalen Position im Retroperitoneum befindet, sondern z. B. im Becken liegt.
- Ektopes Pankreas: Bauchspeicheldrüsengewebe an ungewöhnlichen Stellen, etwa im Magen oder Darm.
- Ektopes Endometrium (Endometriose): Gebärmutterschleimhaut, die außerhalb der Gebärmutter vorkommt, z. B. an Eierstöcken oder im Bauchraum.
Ursachen
Die Entstehung einer Ektopie ist je nach Form unterschiedlich:
- Angeborene Ektopien entstehen durch Störungen der embryonalen Entwicklung. Während der Organentwicklung im Mutterleib können Gewebe oder Organe an der falschen Stelle verbleiben oder sich falsch verlagern.
- Erworbene Ektopien können durch hormonelle Einflüsse (z. B. zervikale Ektopie durch Östrogen), Entzündungen, Traumata oder operative Eingriffe entstehen.
Symptome
Viele Ektopien verlaufen vollständig symptomlos und werden zufällig entdeckt. Andere können je nach Lokalisation und Ausmaß Beschwerden verursachen:
- Zervikale Ektopie: verstärkter Ausfluss, Kontaktblutungen, Druckgefühl
- Ektopes Magengewebe: Blutungen, Ulzera, Schmerzen
- Endometriose: Schmerzen, Zyklusunregelmäßigkeiten, Unfruchtbarkeit
- Ektope Niere: Harnwegsinfektionen, Abflussstörungen, Schmerzen
Diagnose
Die Diagnostik richtet sich nach der jeweiligen Form der Ektopie:
- Gynäkologische Untersuchung und Kolposkopie bei zervikaler Ektopie
- Bildgebende Verfahren wie Ultraschall, MRT oder CT bei Organverlagerungen
- Szintigraphie zur Darstellung ektopen Schilddrüsen- oder Magengewebes
- Histologische Untersuchung (Gewebeprobe) zur genauen Klassifikation des Gewebes
Behandlung
Nicht jede Ektopie bedarf einer Behandlung. Symptomlose Befunde werden häufig nur beobachtet. Bei Beschwerden oder Komplikationen stehen folgende Therapieoptionen zur Verfügung:
- Abwartendes Vorgehen: Bei asymptomatischen Ektopien ohne Risiko für Komplikationen
- Medikamentöse Therapie: Zum Beispiel hormonelle Behandlung bei Endometriose
- Verödung oder Kryotherapie: Häufig bei zervikaler Ektopie eingesetzt, um ektopes Gewebe zu entfernen
- Operative Entfernung: Bei symptomatischen oder komplikationsträchtigen Ektopien, z. B. ektopes Schilddrüsengewebe oder Endometriose-Herde
Quellen
- Pschyrembel Klinisches Wörterbuch. 268. Auflage. De Gruyter, Berlin 2020.
- Stauber M., Weyerstahl T.: Gynäkologie und Geburtshilfe. 4. Auflage. Thieme Verlag, Stuttgart 2013.
- Moore K.L., Persaud T.V.N., Torchia M.G.: Embryologie. 6. Auflage. Elsevier, München 2018.
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