Eosinophile Granulozyten – Funktion und Bedeutung
Eosinophile Granulozyten sind weiße Blutkörperchen des Immunsystems, die bei allergischen Reaktionen und Parasitenabwehr eine zentrale Rolle spielen.
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Eosinophile Granulozyten sind weiße Blutkörperchen des Immunsystems, die bei allergischen Reaktionen und Parasitenabwehr eine zentrale Rolle spielen.
Was sind Eosinophile Granulozyten?
Eosinophile Granulozyten (kurz: Eosinophile) sind spezialisierte weiße Blutkörperchen (Leukozyten), die zum angeborenen Immunsystem gehören. Ihren Namen verdanken sie ihrer Eigenschaft, den sauren Farbstoff Eosin bei der mikroskopischen Färbung stark aufzunehmen, wodurch sie im Blutausstrich leuchtend rosarot erscheinen. Im Blut gesunder Erwachsener machen sie etwa 1–4 % aller Leukozyten aus, was einem Normalwert von 100–500 Zellen pro Mikroliter Blut entspricht.
Aufbau und Entstehung
Eosinophile Granulozyten entstehen im Knochenmark aus hämatopoetischen Stammzellen. Die Reifung wird insbesondere durch das Zytokin Interleukin-5 (IL-5) gesteuert. Charakteristisch für diese Zellen ist ihr zweigelappter Zellkern sowie das Zytoplasma, das mit großen, eosinophil anfärbbaren Granula gefüllt ist. Diese Granula enthalten verschiedene toxische Proteine, darunter:
- Eosinophiles kationisches Protein (ECP)
- Major Basic Protein (MBP)
- Eosinophile Peroxidase (EPO)
- Eosinophil-derived Neurotoxin (EDN)
Diese Substanzen können Parasiten abtöten, verursachen aber bei überschießender Aktivität auch Gewebeschäden.
Funktion im Immunsystem
Eosinophile Granulozyten erfüllen im menschlichen Körper mehrere wichtige Aufgaben:
Abwehr von Parasiten
Eosinophile sind besonders wirksam gegen mehrzellige Parasiten (Helminthen), die zu groß für eine klassische Phagozytose sind. Sie heften sich an die Parasitenoberfläche und schütten ihre toxischen Granula-Inhalte aus, um den Parasiten zu zerstören.
Beteiligung an allergischen Reaktionen
Bei allergischen Erkrankungen wie Asthma bronchiale, allergischer Rhinitis oder Neurodermitis werden Eosinophile durch Zytokine (IL-4, IL-5, IL-13) aktiviert und akkumulieren im betroffenen Gewebe. Dort tragen sie zur chronischen Entzündung bei, indem sie entzündungsfördernde Mediatoren freisetzen.
Gewebemodulation und Immunregulation
Eosinophile sind nicht nur Effektorzellen, sondern auch an der Regulation von Immunantworten beteiligt. Sie kommunizieren mit T-Zellen, Mastzellen und dendritischen Zellen und spielen eine Rolle bei der Gewebereparatur und dem Umbau (Remodeling) von Geweben.
Eosinophilie: Erhöhte Eosinophilenzahl
Eine erhöhte Anzahl von Eosinophilen im Blut wird als Eosinophilie bezeichnet. Man unterscheidet:
- Milde Eosinophilie: 500–1.500 Zellen/µl
- Moderate Eosinophilie: 1.500–5.000 Zellen/µl
- Schwere (hypereosinophile) Eosinophilie: mehr als 5.000 Zellen/µl
Häufige Ursachen einer Eosinophilie sind:
- Allergische Erkrankungen (Asthma, Heuschnupfen, Nahrungsmittelallergien)
- Parasiteninfektionen (z. B. Toxocariasis, Trichinellose, Schistosomiasis)
- Chronisch entzündliche Erkrankungen (z. B. Morbus Crohn, eosinophile Ösophagitis)
- Medikamentenreaktionen
- Malignome (z. B. Hodgkin-Lymphom, eosinophile Leukämie)
- Hypereosinophiles Syndrom (HES)
Eosinopenie: Erniedrigte Eosinophilenzahl
Ein Mangel an Eosinophilen (Eosinopenie) ist seltener klinisch relevant, kann aber bei schweren bakteriellen Infektionen, Sepsis oder unter dem Einfluss von Kortikosteroiden auftreten. Kortikosteroide hemmen die Produktion und Ausschüttung von Eosinophilen aus dem Knochenmark.
Diagnose und klinische Bedeutung
Die Bestimmung der Eosinophilenzahl erfolgt im Rahmen des Differenzialblutbilds, bei dem die verschiedenen Leukozytentypen ausgezählt werden. Ergänzend kann der ECP-Wert (Eosinophiles kationisches Protein) im Blut als Marker für die Aktivierung von Eosinophilen bestimmt werden, was insbesondere bei der Verlaufskontrolle von Asthma eingesetzt wird. Bei Verdacht auf eine Gewebeeosinophilie (z. B. eosinophile Ösophagitis) ist eine Biopsie mit histologischer Untersuchung notwendig.
Therapeutische Relevanz
Die gezielte Hemmung eosinophiler Entzündungsreaktionen ist ein wichtiger Ansatz in der modernen Medizin. Biologika, die spezifisch in den IL-5-Signalweg eingreifen, wie Mepolizumab oder Benralizumab, werden erfolgreich zur Behandlung von schwerem eosinophilem Asthma und dem hypereosinophilen Syndrom eingesetzt. Kortikosteroide stellen weiterhin eine wichtige Therapieoption bei eosinophilen Erkrankungen dar.
Quellen
- Rothenberg, M. E. (2015). Eosinophilia. New England Journal of Medicine, 372(15), 1459–1461. https://doi.org/10.1056/NEJMra1404688
- Klion, A. D. (2015). Eosinophilia: a pragmatic approach to diagnosis and treatment. Hematology – American Society of Hematology Education Program, 2015(1), 92–97.
- Panse, I., Bhatt, D. L., & Mehta, J. L. (2014). Eosinophils in cardiovascular diseases. In: Harrison's Principles of Internal Medicine, 19th edition. McGraw-Hill Education.
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