Eosinophilie – Ursachen, Symptome und Behandlung
Eosinophilie bezeichnet eine erhöhte Anzahl von Eosinophilen im Blut. Sie kann auf Allergien, Parasiten oder seltene Erkrankungen hinweisen.
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Eosinophilie bezeichnet eine erhöhte Anzahl von Eosinophilen im Blut. Sie kann auf Allergien, Parasiten oder seltene Erkrankungen hinweisen.
Was ist Eosinophilie?
Eosinophilie ist ein Befund im Blutbild, bei dem die Anzahl der Eosinophilen – einer bestimmten Gruppe weißer Blutkörperchen (Leukozyten) – erhöht ist. Normalerweise machen Eosinophile etwa 1–5 % der weißen Blutkörperchen aus, was einem absoluten Wert von etwa 100–500 Zellen pro Mikroliter Blut entspricht. Von einer Eosinophilie spricht man, wenn dieser Wert dauerhaft über 500 Zellen pro Mikroliter liegt.
Je nach Schweregrad unterscheidet man:
- Milde Eosinophilie: 500–1.500 Zellen/µl
- Moderate Eosinophilie: 1.500–5.000 Zellen/µl
- Schwere Hypereosinophilie: über 5.000 Zellen/µl
Ursachen
Eosinophilie ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein Laborzeichen, das auf verschiedene Grunderkrankungen hinweisen kann. Die häufigsten Ursachen sind:
Allergische und atopische Erkrankungen
- Allergisches Asthma bronchiale
- Allergische Rhinitis (Heuschnupfen)
- Atopisches Ekzem (Neurodermitis)
- Nahrungsmittelallergien
Parasitäre Infektionen
- Befall mit Gewebeparasiten (z. B. Toxocara, Ascaris, Trichinella)
- Tropische Infektionskrankheiten (z. B. Filariose, Schistosomiasis)
Medikamentennebenwirkungen
- Bestimmte Antibiotika, nichtsteroidale Antirheumatika (NSAIDs) oder antiepileptische Medikamente können eine Eosinophilie auslösen.
Autoimmun- und entzündliche Erkrankungen
- Eosinophile Granulomatose mit Polyangiitis (früher: Churg-Strauss-Syndrom)
- Morbus Crohn, Colitis ulcerosa
- Systemischer Lupus erythematodes
Maligne Erkrankungen
Idiopathisches hypereosinophiles Syndrom (HES)
Beim hypereosinophilen Syndrom bleibt die Ursache der dauerhaft erhöhten Eosinophilenzahl unklar. Es kann zu Organschäden an Herz, Lunge, Haut und Nervensystem führen.
Symptome
Viele Betroffene haben zunächst keine Beschwerden, da Eosinophilie oft zufällig im Rahmen einer Routineblutuntersuchung festgestellt wird. Symptome entstehen meist durch die Grunderkrankung oder bei schwerer Eosinophilie durch Organschäden:
- Hautausschlag, Juckreiz
- Husten, Kurzatmigkeit, Asthmasymptome
- Bauchschmerzen, Durchfall
- Fieber, Müdigkeit, Gewichtsverlust
- Herzprobleme (bei schwerem Verlauf: eosinophile Myokarditis)
- Neurologische Beschwerden (Taubheitsgefühl, Kribbeln)
Diagnose
Die Diagnose einer Eosinophilie erfolgt durch ein großes Blutbild mit Differenzialblutbild. Zur weiteren Abklärung der Ursache werden je nach klinischem Verdacht folgende Untersuchungen eingesetzt:
- Stuhluntersuchung auf Parasiten und Wurmeier
- Serologische Tests auf Parasiten und Allergene (IgE-Bestimmung)
- Bildgebende Verfahren (Röntgen, CT, Ultraschall)
- Knochenmarkbiopsie bei Verdacht auf hämatologische Erkrankung
- Organbiopsien (z. B. Herz, Lunge) bei Organbefall
- Genetische Tests (z. B. FIP1L1-PDGFRA-Fusion bei myeloider Eosinophilie)
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache:
- Allergien: Antihistaminika, Kortikosteroide, Allergenkarenz
- Parasitosen: Antiparasitäre Medikamente (z. B. Albendazol, Ivermectin)
- Autoimmunerkrankungen: Immunsuppressiva, Kortison
- Hämatologische Erkrankungen: Imatinib (bei FIP1L1-PDGFRA-positiver Erkrankung), Chemotherapie
- Hypereosinophiles Syndrom: Kortikosteroide als Erstlinientherapie; bei schweren Verläufen monoklonale Antikörper wie Mepolizumab (Anti-IL-5)
Bei medikamentös induzierter Eosinophilie ist das auslösende Medikament abzusetzen.
Quellen
- Klion A.D. - Eosinophilia: a pragmatic approach to diagnosis and treatment. In: Hematology Am Soc Hematol Educ Program. 2015;2015:92-97. PubMed PMID: 26637712.
- Gotlib J. - World Health Organization-defined eosinophilic disorders: 2022 update on diagnosis, risk stratification, and management. Am J Hematol. 2022;97(12):1547-1571.
- Robert Koch-Institut (RKI) - Steckbriefe zu parasitären Erkrankungen. Verfügbar unter: www.rki.de
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