Elektrolytstörung: Ursachen, Symptome & Behandlung
Eine Elektrolytstörung bezeichnet ein Ungleichgewicht wichtiger Mineralstoffe im Blut. Sie kann Herz, Nerven und Muskeln beeinträchtigen und erfordert oft ärztliche Behandlung.
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Eine Elektrolytstörung bezeichnet ein Ungleichgewicht wichtiger Mineralstoffe im Blut. Sie kann Herz, Nerven und Muskeln beeinträchtigen und erfordert oft ärztliche Behandlung.
Was ist eine Elektrolytstörung?
Elektrolyte sind elektrisch geladene Mineralien im Blut und in den Körperflüssigkeiten, die lebenswichtige Funktionen erfüllen. Zu den wichtigsten Elektrolyten gehören Natrium, Kalium, Kalzium, Magnesium, Chlorid, Phosphat und Bikarbonat. Sie regulieren den Flüssigkeitshaushalt, die Nervenleitung, die Muskelfunktion sowie den Säure-Basen-Haushalt des Körpers. Eine Elektrolytstörung liegt vor, wenn die Konzentration eines oder mehrerer dieser Mineralien im Blut zu hoch oder zu niedrig ist. Solche Ungleichgewichte können von leicht bis lebensbedrohlich reichen.
Ursachen
Elektrolytstörungen können durch eine Vielzahl von Faktoren ausgelöst werden:
- Flüssigkeitsverlust: starkes Schwitzen, Erbrechen, Durchfall oder übermäßiges Wasserlassen
- Mangelhafte Ernährung: unausgewogene Kost oder Essstörungen wie Anorexie
- Nierenerkrankungen: Die Nieren regulieren die Ausscheidung von Elektrolyten; bei eingeschränkter Nierenfunktion gerät das Gleichgewicht aus der Balance
- Medikamente: insbesondere Diuretika (Entwässerungsmittel), bestimmte Antibiotika und Abführmittel
- Hormonelle Störungen: z. B. Erkrankungen der Nebenniere (Morbus Addison, Cushing-Syndrom) oder der Schilddrüse
- Chronische Erkrankungen: Herzinsuffizienz, Leberzirrhose, Diabetes mellitus
- Übermäßige Flüssigkeitszufuhr: zu viel Wasser in kurzer Zeit kann eine Hyponatriämie (Natriummangel) verursachen
Symptome
Die Symptome einer Elektrolytstörung hängen davon ab, welcher Elektrolyt betroffen ist und wie stark das Ungleichgewicht ausgeprägt ist. Häufige allgemeine Symptome sind:
- Müdigkeit und Schwäche
- Muskelkrämpfe oder Zittern
- Unregelmäßiger Herzschlag (Herzrhythmusstörungen)
- Übelkeit und Erbrechen
- Kopfschmerzen und Schwindel
- Verwirrung oder Bewusstseinsstörungen
- Kribbeln oder Taubheitsgefühl in den Gliedmaßen
- Im schweren Fall: Krampfanfälle oder Bewusstlosigkeit
Spezifische Störungsbilder
- Hyponatriämie (zu wenig Natrium): Kopfschmerzen, Übelkeit, Verwirrtheit, im Extremfall Krampfanfälle
- Hyperkaliämie (zu viel Kalium): gefährliche Herzrhythmusstörungen, Muskelschwäche
- Hypokaliämie (zu wenig Kalium): Muskelkrämpfe, Verstopfung, Herzprobleme
- Hypokalzämie (zu wenig Kalzium): Muskelkrämpfe, Kribbeln, Tetanie
Diagnose
Die Diagnose erfolgt in erster Linie durch eine Blutuntersuchung (Serumelektrolyte), bei der die Konzentrationen der verschiedenen Elektrolyte gemessen werden. Ergänzend können folgende Untersuchungen sinnvoll sein:
- Urinuntersuchung: zur Beurteilung der Nierenfunktion und der Elektrolytausscheidung
- EKG (Elektrokardiogramm): zur Erfassung von Herzrhythmusstörungen, die durch Elektrolytstörungen verursacht werden können
- Nierenfunktionstests (Kreatinin, Harnstoff)
- Ggf. Hormonanalysen bei Verdacht auf hormonelle Ursachen
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Art und Schwere der Elektrolytstörung sowie nach der zugrunde liegenden Ursache:
Leichte Elektrolytstörungen
- Anpassung der Ernährung (z. B. kaliumreiche Kost bei Hypokaliämie)
- Orale Supplementierung (z. B. Kalium- oder Magnesiumtabletten)
- Anpassung von Medikamenten, die die Störung verursachen
Mittelschwere bis schwere Elektrolytstörungen
- Intravenöse Gabe von Elektrolytlösungen im Krankenhaus
- Engmaschige Überwachung der Herzfunktion und der Laborwerte
- Behandlung der Grunderkrankung (z. B. Nierenersatztherapie bei schwerem Nierenversagen)
Bei lebensbedrohlichen Elektrolytstörungen, insbesondere bei schwerer Hyperkaliämie oder Hyponatriämie, ist eine sofortige medizinische Versorgung erforderlich.
Vorbeugung
Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Mineralstoffen, eine gute Flüssigkeitszufuhr sowie die regelmäßige Kontrolle von Blutbild und Nierenwerten bei Risikopatienten tragen wesentlich zur Vorbeugung von Elektrolytstörungen bei. Personen, die Diuretika einnehmen oder an chronischen Erkrankungen leiden, sollten ihre Elektrolytwerte regelmäßig überwachen lassen.
Quellen
- Herold, G. et al.: Innere Medizin. Eigenverlag, Köln, aktuelle Auflage.
- Kasper, D. L. et al.: Harrison's Principles of Internal Medicine. McGraw-Hill Education, 20. Auflage, 2018.
- Kraft, M. D. et al.: Treatment of Electrolyte Disorders in Adult Patients in the Intensive Care Unit. American Journal of Health-System Pharmacy, 2005. Verfügbar über PubMed.
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