Episiotomie – Dammschnitt bei der Geburt
Die Episiotomie ist ein chirurgischer Einschnitt im Dammbereich, der unter der Geburt vorgenommen wird, um den Geburtskanal zu erweitern und Rissverletzungen zu vermeiden.
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Die Episiotomie ist ein chirurgischer Einschnitt im Dammbereich, der unter der Geburt vorgenommen wird, um den Geburtskanal zu erweitern und Rissverletzungen zu vermeiden.
Was ist eine Episiotomie?
Die Episiotomie (auch Dammschnitt genannt) ist ein gezielter chirurgischer Einschnitt in den Damm – das Gewebe zwischen Scheidenausgang und After – der während der Geburt durchgeführt wird. Ziel des Eingriffs ist es, den Geburtskanal zu vergrößern, um die Entbindung zu erleichtern und unkontrollierte Dammrisse zu verhindern.
Die Episiotomie wird von einer Hebamme oder einer Ärztin bzw. einem Arzt durchgeführt und zählt zu den häufigsten geburtshilflichen Eingriffen weltweit. In modernen Leitlinien wird sie jedoch nicht mehr routinemäßig empfohlen, sondern nur bei gezielter medizinischer Indikation eingesetzt.
Arten der Episiotomie
- Mediolateraler Dammschnitt: Schnitt schräg nach hinten-seitlich – die häufigste Form in Europa, da das Risiko von Verletzungen des Schließmuskels geringer ist.
- Medianer Dammschnitt: Schnitt in der Mittellinie nach hinten – weniger schmerzhaft, aber mit höherem Risiko für tiefere Verletzungen verbunden.
Indikationen
Eine Episiotomie wird heute nur noch bei bestimmten medizinischen Indikationen durchgeführt:
- Drohende Asphyxie (Sauerstoffmangel) des Kindes mit Notwendigkeit einer raschen Entbindung
- Instrumentelle Entbindung (z. B. mit Saugglocke oder Geburtszange)
- Beckenendlage (Steißgeburt)
- Sehr enger Geburtskanal mit drohendem Dammriss dritten oder vierten Grades
- Schulterdystokie (Schulter des Kindes bleibt hinter dem Schambein stecken)
Durchführung
Der Einschnitt erfolgt in der Regel unter lokaler Betäubung (Lokalanästhesie), sofern nicht bereits eine Periduralanästhesie (PDA) wirksam ist. Der Schnitt wird während einer Wehe gesetzt, wenn das Gewebe maximal gedehnt ist. Nach der Entbindung und der Nachgeburt wird der Dammschnitt in mehreren Schichten wieder vernäht.
Wundheilung und Nachsorge
Die Wundheilung dauert in der Regel zwei bis vier Wochen. In dieser Zeit können Schmerzen, Spannungsgefühl und Schwellungen im Dammbereich auftreten. Folgende Maßnahmen unterstützen die Heilung:
- Regelmäßige Wundkontrolle durch Hebamme oder Arzt
- Sorgfältige Intimpflege und Hygiene
- Sitzbäder mit antiseptischen oder heilungsfördernden Zusätzen
- Kühlung zur Linderung von Schwellungen
- Schmerzmitteleinsatz nach ärztlicher Empfehlung
- Beckenbodenübungen zur Unterstützung der Regeneration
Mögliche Komplikationen
Wie bei jedem chirurgischen Eingriff können auch bei der Episiotomie Komplikationen auftreten:
- Wundinfektionen oder Wundheilungsstörungen
- Nachblutungen
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie) nach der Heilung
- Narbenbildung
- In seltenen Fällen: Verletzung des Schließmuskels oder Mastdarms
Episiotomie vs. spontaner Dammriss
Studien zeigen, dass eine routinemäßige Episiotomie keine besseren Ergebnisse erzielt als ein spontaner Dammriss. Daher empfehlen die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie nationale geburtshilfliche Fachgesellschaften eine restriktive Anwendung – also nur bei klarer medizinischer Notwendigkeit. Eine Episiotomie schützt nicht vor allen Formen von Dammrissen und kann das Risiko tiefer gehender Verletzungen nicht grundsätzlich eliminieren.
Quellen
- World Health Organization (WHO) – WHO Recommendations: Intrapartum Care for a Positive Childbirth Experience. Geneva: WHO; 2018.
- Leitlinienprogramm der AWMF – S3-Leitlinie Vaginale Geburt am Termin (AWMF-Registernummer 015-083), 2020.
- Carroli G, Mignini L. – Episiotomy for vaginal birth. Cochrane Database of Systematic Reviews 2009, Issue 1. Art. No.: CD000081.
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