eGFR – Nierenfunktion verstehen und einordnen
Die eGFR (geschätzte glomeruläre Filtrationsrate) misst die Nierenfunktion und gibt an, wie gut die Nieren das Blut filtern. Ein niedriger Wert kann auf eine Nierenerkrankung hinweisen.
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Die eGFR (geschätzte glomeruläre Filtrationsrate) misst die Nierenfunktion und gibt an, wie gut die Nieren das Blut filtern. Ein niedriger Wert kann auf eine Nierenerkrankung hinweisen.
Was ist die eGFR?
Die eGFR steht für geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (englisch: estimated Glomerular Filtration Rate). Sie ist der wichtigste Laborwert zur Beurteilung der Nierenfunktion und gibt an, wie viel Blut die Nieren pro Minute filtern können. Die Messung erfolgt in der Einheit ml/min/1,73 m² (Milliliter pro Minute pro 1,73 Quadratmeter Körperoberfläche).
Da die direkte Messung der Filtrationsrate aufwendig ist, wird die eGFR mithilfe von Blutmarker-Werten – vor allem dem Kreatinin-Wert – sowie Faktoren wie Alter, Geschlecht und Körpergröße berechnet. Gängige Berechnungsformeln sind die CKD-EPI-Formel und die ältere MDRD-Formel.
Wofür wird die eGFR verwendet?
Die eGFR dient in erster Linie der Diagnose und Stadieneinteilung der chronischen Nierenerkrankung (CKD, Chronic Kidney Disease). Außerdem wird sie eingesetzt, um:
- den Verlauf einer bestehenden Nierenerkrankung zu überwachen,
- das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen einzuschätzen,
- die Dosierung von Medikamenten anzupassen, die über die Nieren ausgeschieden werden,
- den richtigen Zeitpunkt für eine Nierenersatztherapie (z. B. Dialyse) zu bestimmen.
Normalwerte und Interpretation
Bei gesunden Erwachsenen liegt die eGFR in der Regel bei über 90 ml/min/1,73 m². Mit zunehmendem Alter sinkt die Filtrationsrate leicht ab, was als physiologisch gilt. Die KDIGO-Leitlinien (Kidney Disease: Improving Global Outcomes) teilen die chronische Nierenerkrankung anhand der eGFR in fünf Stadien ein:
- Stadium G1: eGFR ≥ 90 – normale oder erhöhte Nierenfunktion
- Stadium G2: eGFR 60–89 – leicht eingeschränkte Nierenfunktion
- Stadium G3a: eGFR 45–59 – leicht bis mäßig eingeschränkt
- Stadium G3b: eGFR 30–44 – mäßig bis stark eingeschränkt
- Stadium G4: eGFR 15–29 – stark eingeschränkte Nierenfunktion
- Stadium G5: eGFR < 15 – Nierenversagen (terminales Nierenversagen)
Ursachen für eine erniedrigte eGFR
Ein dauerhaft niedriger eGFR-Wert kann verschiedene Ursachen haben:
- Diabetes mellitus – eine der häufigsten Ursachen für chronische Nierenerkrankungen
- Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck) – schädigt die feinen Blutgefäße in den Nieren
- Glomerulonephritis – Entzündung der Nierenkörperchen
- Polyzystische Nierenerkrankung – genetisch bedingte Nierenzysten
- Wiederkehrende Harnwegsinfektionen oder Nierensteine
- Bestimmte Medikamente (z. B. nicht-steroidale Antirheumatika, bestimmte Antibiotika)
Diagnose und Messung
Die eGFR wird aus einem einfachen Bluttest berechnet. Dabei wird der Kreatinin-Spiegel im Blut gemessen. Kreatinin ist ein Stoffwechselprodukt des Muskelstoffwechsels, das von gesunden Nieren zuverlässig gefiltert und ausgeschieden wird. Ein erhöhter Kreatinin-Wert deutet auf eine eingeschränkte Nierenfiltration hin.
In manchen Fällen wird zusätzlich Cystatin C als zweiter Marker herangezogen, da es weniger von Muskelmasse und Ernährung beeinflusst wird. Die kombinierte CKD-EPI-Formel (Kreatinin + Cystatin C) gilt als besonders präzise.
Behandlung bei niedriger eGFR
Die Therapie richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache und dem Stadium der Nierenerkrankung:
- Blutdruckkontrolle: Zielwerte unter 130/80 mmHg, häufig mit ACE-Hemmern oder AT1-Blockern
- Blutzuckereinstellung bei Diabetes
- Ernährungsanpassungen: Reduktion von Protein, Kalium und Phosphat je nach Stadium
- Vermeidung nierenschädigender Substanzen (z. B. bestimmte Schmerzmittel, Kontrastmittel)
- Dialyse oder Nierentransplantation bei terminalem Nierenversagen (Stadium G5)
Quellen
- Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO) CKD Work Group. KDIGO 2024 Clinical Practice Guideline for the Evaluation and Management of Chronic Kidney Disease. Kidney International, 2024.
- Levey AS et al. A new equation to estimate glomerular filtration rate. Annals of Internal Medicine, 2009; 150(9): 604–612.
- Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN). Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der chronischen Nierenerkrankung, 2023.
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