Eigenblutplasma (PRP) – Wirkung und Anwendung
Eigenblutplasma ist ein aus dem eigenen Blut gewonnenes Konzentrat, das wertvolle Wachstumsfaktoren enthält und in der Medizin zur Förderung von Heilungsprozessen eingesetzt wird.
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Eigenblutplasma ist ein aus dem eigenen Blut gewonnenes Konzentrat, das wertvolle Wachstumsfaktoren enthält und in der Medizin zur Förderung von Heilungsprozessen eingesetzt wird.
Was ist Eigenblutplasma?
Eigenblutplasma bezeichnet ein aus dem eigenen Blut des Patienten gewonnenes Blutplasma-Konzentrat, das reich an Wachstumsfaktoren, Zytokinen und bioaktiven Proteinen ist. Es wird häufig als Plättchenreiches Plasma (PRP) bezeichnet und findet in verschiedenen medizinischen und ästhetischen Bereichen Anwendung. Da das Material aus dem eigenen Körper stammt, ist das Risiko einer Abstoßungsreaktion oder allergischen Reaktion sehr gering.
Gewinnung und Herstellung
Die Herstellung von Eigenblutplasma erfolgt in wenigen Schritten:
- Dem Patienten wird eine geringe Menge Blut – in der Regel zwischen 10 und 60 ml – aus einer Vene entnommen.
- Das Blut wird anschließend in einer Zentrifuge bei hoher Drehzahl verarbeitet, um die verschiedenen Blutbestandteile zu trennen.
- Dabei wird das plättchenreiche Plasma von den roten Blutkörperchen und dem plättchenarmen Plasma getrennt.
- Das gewonnene Konzentrat wird direkt zur Behandlung verwendet oder aktiviert, um die Freisetzung von Wachstumsfaktoren anzuregen.
Wirkmechanismus
Eigenblutplasma enthält eine hohe Konzentration an Thrombozyten (Blutplättchen), die beim Einspritzen in Gewebe aktiviert werden und zahlreiche Wachstumsfaktoren freisetzen. Zu den wichtigsten gehören:
- PDGF (Platelet-Derived Growth Factor) – fördert Zellwachstum und Gewebereparatur
- TGF-β (Transforming Growth Factor Beta) – reguliert Entzündung und Narbenbildung
- VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor) – regt die Neubildung von Blutgefäßen an
- EGF (Epidermal Growth Factor) – unterstützt die Regeneration von Haut und Epithelgewebe
Diese Faktoren stimulieren die Zellerneuerung, fördern die Kollagenproduktion und beschleunigen natürliche Heilungsprozesse im behandelten Gewebe.
Anwendungsgebiete
Orthopädie und Sportmedizin
In der Orthopädie wird Eigenblutplasma zur Behandlung von Sehnenverletzungen (z. B. Achillessehne, Ellenbogen-Tennisarm), Gelenkarthrose sowie Muskelverletzungen eingesetzt. Profisportler nutzen PRP-Therapien zur beschleunigten Regeneration nach Verletzungen.
Ästhetische Medizin und Dermatologie
Im ästhetisch-medizinischen Bereich wird Eigenblutplasma zur Hautrejuvenation (Hautverjüngung) verwendet. Es wird in die Haut injiziert oder nach Microneedling aufgetragen, um Falten zu reduzieren, den Hautton zu verbessern und die Hautstruktur zu verfeinern. Auch bei Haarausfall (Alopezie) wird PRP zur Stimulation der Haarfollikel eingesetzt.
Zahnmedizin und Kieferchirurgie
In der Zahnmedizin unterstützt Eigenblutplasma die Wundheilung nach Zahnextraktionen, Implantateinsetzungen und kieferchirurgischen Eingriffen, indem es die Knochenneubildung und Gewebeheilung beschleunigt.
Augenheilkunde
Eigenblutplasma wird in Form von autologen Augentropfen bei schweren Formen des trockenen Auges (Keratoconjunctivitis sicca) und bei Hornhauterkrankungen angewendet.
Sicherheit und Nebenwirkungen
Da Eigenblutplasma aus dem eigenen Blut des Patienten gewonnen wird, ist die Verträglichkeit in der Regel sehr gut. Mögliche Nebenwirkungen sind dennoch zu beachten:
- Vorübergehende Schwellung, Rötung oder Druckschmerz an der Einstichstelle
- Selten: Blutergüsse oder leichte Entzündungsreaktionen
- In sehr seltenen Fällen: Infektionen (bei unsachgemäßer Anwendung)
Kontraindikationen umfassen aktive Infektionen im Behandlungsbereich, bestimmte Blutgerinnungsstörungen sowie die Einnahme bestimmter Medikamente wie Blutverdünner.
Wissenschaftliche Evidenz
Die wissenschaftliche Datenlage zu Eigenblutplasma ist vielversprechend, jedoch noch nicht für alle Anwendungsgebiete einheitlich. In der Orthopädie und Dermatologie liegen bereits mehrere klinische Studien vor, die positive Effekte zeigen. Weitere großangelegte, kontrollierte Studien sind notwendig, um die Wirksamkeit und optimale Dosierung für alle Indikationen abschließend zu belegen. Medizinische Fachgesellschaften empfehlen eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung.
Quellen
- Marques L.F. et al. - Platelet-rich plasma (PRP): methodological aspects and clinical applications. Platelets, 2015; 26(2): 101-113. PubMed PMID: 24801825.
- Dhillon R.S. et al. - PRP therapy: a systematic literature review. Journal of Orthopaedic Research, 2012; 30(2): 192-197.
- Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) - Leitlinien zur Anwendung von plättchenreichem Plasma, 2022.
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