Elektroenzephalographie (EEG) – Erklärung & Anwendung
Die Elektroenzephalographie (EEG) ist eine diagnostische Methode zur Messung der elektrischen Aktivität des Gehirns. Sie wird u. a. bei Epilepsie und Schlafstörungen eingesetzt.
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Die Elektroenzephalographie (EEG) ist eine diagnostische Methode zur Messung der elektrischen Aktivität des Gehirns. Sie wird u. a. bei Epilepsie und Schlafstörungen eingesetzt.
Was ist die Elektroenzephalographie?
Die Elektroenzephalographie (kurz: EEG) ist ein bildgebendes bzw. elektrophysiologisches Verfahren, mit dem die elektrische Aktivität des Gehirns gemessen und aufgezeichnet wird. Dabei werden Spannungsschwankungen erfasst, die durch die Aktivität von Nervenzellen (Neuronen) entstehen. Das EEG gilt als eines der wichtigsten diagnostischen Werkzeuge in der Neurologie und Schlafmedizin.
Wie funktioniert die Elektroenzephalographie?
Bei der Durchführung eines EEGs werden mehrere kleine Elektroden mithilfe einer leitfähigen Paste oder einer Kappe auf der Kopfhaut befestigt. Diese Elektroden registrieren winzige elektrische Signale, die von der Großhirnrinde erzeugt werden. Die Signale werden verstärkt und als Gehirnwellen auf einem Bildschirm oder Papier dargestellt.
Die aufgezeichneten Gehirnwellen werden in verschiedene Frequenzbänder eingeteilt:
- Delta-Wellen (0,5–4 Hz): Tiefschlaf, Koma
- Theta-Wellen (4–8 Hz): leichter Schlaf, Entspannung
- Alpha-Wellen (8–13 Hz): Ruhezustand bei geschlossenen Augen
- Beta-Wellen (13–30 Hz): aktives Denken, Konzentration
- Gamma-Wellen (>30 Hz): kognitive Verarbeitung, Wahrnehmung
Wann wird das EEG eingesetzt?
Das EEG wird in zahlreichen medizinischen Situationen angewendet. Zu den häufigsten Indikationen gehören:
- Epilepsie: Erkennung und Klassifikation von epileptischen Anfällen und epilepsietypischen Mustern
- Schlafstörungen: Diagnose von Schlafapnoe, Narkolepsie und anderen Schlaferkrankungen (Polysomnographie)
- Bewusstseinsstörungen: Beurteilung bei Koma oder Verdacht auf Hirntod
- Enzephalitis und Enzephalopathien: Nachweis diffuser oder fokaler Hirnfunktionsstörungen
- Demenzabklärung: Unterstützung bei der Diagnose bestimmter Demenzen, z. B. Creutzfeldt-Jakob-Krankheit
- Intraoperatives Monitoring: Überwachung der Hirnfunktion während neurochirurgischer Eingriffe
Wie läuft eine EEG-Untersuchung ab?
Eine Standard-EEG-Untersuchung dauert in der Regel 20 bis 40 Minuten. Der Patient sitzt oder liegt entspannt, während die Elektroden Signale aufzeichnen. Häufig werden sogenannte Aktivierungsmethoden eingesetzt, um auffällige Muster hervorzurufen:
- Hyperventilation: tiefes, schnelles Atmen für einige Minuten
- Photostimulation: Lichtblitze in verschiedenen Frequenzen
- Schlafentzug: gezielter Schlafmangel vor der Untersuchung
Für spezielle Fragestellungen stehen erweiterte Methoden zur Verfügung, wie das Langzeit-EEG (über mehrere Stunden bis Tage), das ambulante EEG oder das Video-EEG (gleichzeitige Videoaufzeichnung zur Anfallsbeobachtung).
Was bedeuten die Ergebnisse?
Ein normales EEG zeigt altersgerechte Grundaktivität ohne Auffälligkeiten. Pathologische Befunde können sein:
- Epilepsietypische Potenziale (Spikes, Sharp Waves, Spike-Wave-Komplexe): Hinweis auf Epilepsie
- Diffuse Verlangsamung: Hinweis auf eine generalisierte Hirnfunktionsstörung
- Fokale Verlangsamung: Hinweis auf eine umschriebene Hirnschädigung
- Suppression oder Nulllinie: möglicher Hinweis auf tiefstes Koma oder Hirntod
Sicherheit und Risiken
Das EEG ist ein nicht-invasives und schmerzloses Verfahren ohne Strahlenbelastung. Es sind keine nennenswerten Risiken bekannt. Die Elektroden messen lediglich die Gehirnaktivität und leiten keinen Strom in das Gehirn. Bei empfindlichen Patienten kann die Elektrodenpaste leichte Hautreizungen verursachen.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und Funktionelle Bildgebung (DGKN): Leitlinien zur klinischen Elektroenzephalographie. www.dgkn.de
- Niedermeyer E., da Silva F. L. (Hrsg.): Electroencephalography: Basic Principles, Clinical Applications, and Related Fields. 5. Auflage, Lippincott Williams & Wilkins, 2005.
- World Health Organization (WHO): Epilepsy – Fact Sheet. www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/epilepsy (2023)
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