Eigenimmunreaktion – Ursachen, Symptome & Therapie
Eine Eigenimmunreaktion ist eine Fehlfunktion des Immunsystems, bei der der Körper eigenes Gewebe angreift. Sie ist Grundlage vieler Autoimmunerkrankungen.
Tipps & Infos zu Gesundheitsthemen Tipps & Infos zu GesundheitsthemenWissenswertes über "Eigenimmunreaktion"
Eine Eigenimmunreaktion ist eine Fehlfunktion des Immunsystems, bei der der Körper eigenes Gewebe angreift. Sie ist Grundlage vieler Autoimmunerkrankungen.
Was ist eine Eigenimmunreaktion?
Eine Eigenimmunreaktion (auch als Autoimmunreaktion bezeichnet) beschreibt einen Zustand, bei dem das körpereigene Immunsystem fälschlicherweise gesundes Gewebe, Organe oder Zellen des eigenen Körpers als fremd erkennt und angreift. Normalerweise ist das Immunsystem in der Lage, zwischen körpereigenen Strukturen (Selbst) und körperfremden Eindringlingen (Nicht-Selbst) zu unterscheiden. Bei einer Eigenimmunreaktion ist diese Toleranz gestört.
Ursachen
Die genauen Ursachen einer Eigenimmunreaktion sind komplex und noch nicht vollständig erforscht. Folgende Faktoren spielen eine wesentliche Rolle:
- Genetische Veranlagung: Bestimmte Gene erhöhen die Anfälligkeit für Autoimmunreaktionen.
- Infektionen: Einige Viren und Bakterien können das Immunsystem so aktivieren, dass es körpereigene Strukturen angreift (molekulares Mimikry).
- Hormonelle Einflüsse: Frauen sind häufiger betroffen, was auf einen Einfluss von Geschlechtshormonen hindeutet.
- Umweltfaktoren: UV-Strahlung, Chemikalien oder Stress können als Auslöser wirken.
- Dysregulation des Immunsystems: Fehler bei der Reifung und Selektion von Immunzellen (T- und B-Lymphozyten) führen dazu, dass selbstreaktive Zellen nicht eliminiert werden.
Mechanismus
Im gesunden Immunsystem werden T-Lymphozyten, die körpereigene Strukturen erkennen, im Thymus aussortiert – dieser Prozess wird als klonale Deletion bezeichnet. Bei einer Eigenimmunreaktion entkommen einige selbstreaktive Immunzellen dieser Kontrolle. Sie aktivieren daraufhin weitere Immunzellen und produzieren Autoantikörper – Antikörper, die gegen körpereigenes Gewebe gerichtet sind. Diese Prozesse führen zu chronischen Entzündungsreaktionen und Gewebeschäden.
Betroffene Organe und assoziierte Erkrankungen
Eigenimmunreaktionen können nahezu jedes Organ betreffen. Je nachdem, welche Strukturen angegriffen werden, entstehen unterschiedliche Krankheitsbilder:
- Gelenke: Rheumatoide Arthritis
- Schilddrüse: Hashimoto-Thyreoiditis, Morbus Basedow
- Bauchspeicheldrüse: Typ-1-Diabetes mellitus
- Zentrales Nervensystem: Multiple Sklerose
- Haut: Psoriasis, Lupus erythematodes
- Darm: Morbus Crohn, Colitis ulcerosa
Symptome
Die Symptome einer Eigenimmunreaktion sind vielfältig und hängen stark vom betroffenen Organ ab. Häufige allgemeine Beschwerden sind:
- Chronische Müdigkeit und Erschöpfung
- Anhaltende Entzündungszeichen wie Schwellungen, Rötungen und Schmerzen
- Fieber ohne erkennbare Infektionsursache
- Gewichtsverlust
- Organbezogene Beschwerden (z. B. Gelenkschmerzen, Hautausschläge, Verdauungsprobleme)
Diagnose
Die Diagnose einer Eigenimmunreaktion erfolgt durch eine Kombination aus:
- Blutuntersuchungen: Nachweis von Autoantikörpern (z. B. ANA, Anti-dsDNA, Rheumafaktor), Entzündungsmarkern (CRP, BSG)
- Bildgebende Verfahren: Ultraschall, MRT zur Beurteilung von Organschäden
- Biopsien: Gewebeentnahmen zur histologischen Untersuchung
- Klinische Bewertung: Symptome und Krankheitsgeschichte des Patienten
Behandlung
Eine ursächliche Heilung von Autoimmunerkrankungen ist bislang meist nicht möglich. Die Behandlung zielt auf die Unterdrückung der überschießenden Immunreaktion und die Linderung von Symptomen ab:
- Immunsuppressiva: Medikamente wie Kortikosteroide, Methotrexat oder Azathioprin dämpfen die Immunantwort.
- Biologika: Zielgerichtete Antikörpertherapien (z. B. TNF-alpha-Inhibitoren) greifen spezifisch in entzündliche Signalwege ein.
- Symptomatische Therapie: Schmerzlinderung, Physiotherapie, Ernährungsanpassungen.
- Lifestyle-Maßnahmen: Stressreduktion, ausgewogene Ernährung und ausreichend Schlaf können den Verlauf positiv beeinflussen.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) – Leitlinien zu Autoimmunerkrankungen, 2022. Verfügbar unter: www.dgrh.de
- Janeway's Immunobiology, 9. Auflage – Murphy K, Weaver C. Garland Science, 2016.
- World Health Organization (WHO) – Autoimmune diseases: Overview and burden of disease, 2023. Verfügbar unter: www.who.int
Verwandte Produkte
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Für Deinen universellen Schutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Proteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsMeistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsFür eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieImmunphänotypisierung
Zelldifferenzierung
Radiusschaftfraktur
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kölner Liste
Kaloriengehalt
Verwandte Suchbegriffe: Eigenimmunreaktion + Eigen-Immunreaktion + Eigenimmun-Reaktion