Eisenbindendes Protein – Funktion und Bedeutung
Eisenbindende Proteine sind Biomoleküle, die Eisen binden, transportieren oder speichern. Sie spielen eine zentrale Rolle im menschlichen Eisenstoffwechsel und der Immunabwehr.
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Eisenbindende Proteine sind Biomoleküle, die Eisen binden, transportieren oder speichern. Sie spielen eine zentrale Rolle im menschlichen Eisenstoffwechsel und der Immunabwehr.
Was sind eisenbindende Proteine?
Eisenbindende Proteine sind eine Gruppe von Biomolekülen, die in der Lage sind, Eisenionen (Fe²⁺ oder Fe³⁺) spezifisch zu binden. Da freies Eisen im Körper toxisch wirken kann – es fördert die Bildung schädlicher freier Radikale – übernehmen diese Proteine lebenswichtige Aufgaben beim Transport, der Speicherung und der Regulierung von Eisen. Sie sind essenziell für eine Vielzahl biologischer Prozesse, darunter die Sauerstoffversorgung, die Energieproduktion und die Immunabwehr.
Wichtige Vertreter eisenbindender Proteine
Transferrin
Transferrin ist das wichtigste Eisentransportprotein im menschlichen Blut. Es bindet im Blutplasma Eisen und transportiert es zu den Zellen, die es benötigen – vor allem zum Knochenmark für die Bildung roter Blutkörperchen. Ein Transferrinmolekül kann bis zu zwei Eisenionen gleichzeitig binden. Die Transferrinsättigung ist ein wichtiger Laborwert zur Beurteilung des Eisenstoffwechsels.
Ferritin
Ferritin ist das zentrale Eisenspeicherprotein des Körpers. Es kommt in nahezu allen Zellen vor und kann bis zu 4.500 Eisenionen in seinem Inneren speichern. Im Blut gemessenes Ferritin (Serum-Ferritin) gilt als verlässlicher Marker für die Eisenspeicher des Körpers. Niedrige Werte weisen auf einen Eisenmangel, erhöhte Werte auf eine Eisenüberladung oder Entzündungsreaktionen hin.
Lactoferrin
Lactoferrin ist ein eisenbindendes Protein, das vor allem in der Muttermilch, im Speichel, in Tränen und in Neutrophilen (einer Art weißer Blutkörperchen) vorkommt. Es bindet Eisen mit sehr hoher Affinität und entzieht damit Bakterien eine wesentliche Wachstumsgrundlage. Lactoferrin spielt daher eine wichtige Rolle in der angeborenen Immunabwehr.
Hämoglobin und Myoglobin
Hämoglobin ist das eisenhaltige Protein in den roten Blutkörperchen, das für den Sauerstofftransport im Blut verantwortlich ist. Myoglobin erfüllt eine ähnliche Funktion in der Muskulatur und dient dort als Sauerstoffspeicher. Beide Proteine enthalten Häm-Gruppen, in denen das Eisenatom das Sauerstoffmolekül reversibel bindet.
Hämosiderin
Hämosiderin ist ein weiteres Eisenspeicherprotein, das vor allem bei einem Überschuss an Eisen gebildet wird. Es entsteht aus dem Abbau von Ferritin und kommt hauptsächlich in Leberzellen und Makrophagen vor. Erhöhte Hämosiderin-Ablagerungen können auf eine Hämochromatose (erbliche Eisenüberladung) oder wiederholte Bluttransfusionen hinweisen.
Klinische Bedeutung
Störungen in der Funktion oder Konzentration eisenbindender Proteine können zu ernsthaften Erkrankungen führen:
- Eisenmangelanämie: Zu wenig Eisen steht für die Hämoglobinproduktion zur Verfügung, was zu Müdigkeit, Blässe und verminderter Leistungsfähigkeit führt.
- Hämochromatose: Eine genetisch bedingte Störung, bei der zu viel Eisen im Körper gespeichert wird und Organe wie Leber, Herz und Bauchspeicheldrüse schädigt.
- Anämie bei chronischer Erkrankung: Entzündungen verändern die Eisenverteilung im Körper, sodass trotz ausreichender Eisenspeicher zu wenig Eisen für die Blutbildung verfügbar ist.
Diagnose und Laborwerte
Zur Beurteilung des Eisenstoffwechsels werden verschiedene Laborparameter herangezogen:
- Serum-Ferritin: Marker für die Eisenspeicher
- Serum-Eisen: Konzentration von freiem Eisen im Blutplasma
- Transferrin und Transferrinsättigung: Beurteilung des Eisentransports
- TIBC (Totale Eisenbindungskapazität): Gesamtkapazität des Blutes, Eisen zu binden
- Hämoglobin und Hämatokrit: Indikatoren für eine mögliche Anämie
Quellen
- Camaschella C. - Iron-Deficiency Anemia. New England Journal of Medicine, 2015; 372(19): 1832–1843.
- Anderson GJ, Frazer DM. - Current understanding of iron homeostasis. American Journal of Clinical Nutrition, 2017; 106(Suppl 6): 1559S–1566S.
- World Health Organization (WHO). - Serum ferritin concentrations for the assessment of iron status and iron deficiency in populations. WHO/NMH/NHD/MNM/11.2, 2011.
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