E620 Glutaminsäure – Lebensmittelzusatzstoff
E620 ist der EU-Lebensmittelzusatzstoff-Code für Glutaminsäure, eine natürlich vorkommende Aminosäure, die als Geschmacksverstärker in Lebensmitteln eingesetzt wird.
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E620 ist der EU-Lebensmittelzusatzstoff-Code für Glutaminsäure, eine natürlich vorkommende Aminosäure, die als Geschmacksverstärker in Lebensmitteln eingesetzt wird.
Was ist E620?
E620 bezeichnet die Glutaminsäure (auch L-Glutaminsäure), eine natürlich vorkommende, nicht-essentielle Aminosäure, die im menschlichen Körper in großen Mengen vorkommt. Als Lebensmittelzusatzstoff wird sie nach der EU-Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 unter dem Code E620 gelistet und dient primär als Geschmacksverstärker. Sie ist die Grundlage des sogenannten Umami-Geschmacks – des fünften Grundgeschmacks neben süß, sauer, salzig und bitter.
Herkunft und Vorkommen
Glutaminsäure kommt in zahlreichen proteinreichen Lebensmitteln natürlicherweise vor. Besonders hohe Konzentrationen finden sich in:
- Parmesan und anderen gereiften Käsesorten
- Tomaten und Tomatenmark
- Fleisch und Geflügel
- Fisch und Meeresfrüchten
- Sojasauce und fermentierte Lebensmittel
- Pilzen, insbesondere Shiitake
Als Zusatzstoff wird Glutaminsäure in der Regel durch Fermentation von pflanzlichen Rohstoffen (z. B. Zuckerrohr, Mais) oder durch chemische Synthese gewonnen.
Funktion als Geschmacksverstärker
Glutaminsäure und ihre Salze (E621–E625) aktivieren spezifische Umami-Rezeptoren auf der Zunge (mGluR4 und T1R1/T1R3). Dadurch verstärken sie den herzhaften, vollmundigen Geschmack von Speisen, ohne selbst einen dominanten Eigengeschmack zu besitzen. Dies erlaubt es der Lebensmittelindustrie, Speisen mit weniger Salz oder Fett als geschmacklich befriedigend wahrzunehmen.
Verwendung in Lebensmitteln
E620 wird häufig verwendet in:
- Fertiggerichten und Tiefkühlkost
- Suppen, Soßen und Würzmitteln
- Snacks und Chips
- Fleischerzeugnissen und Marinaden
- Gewürzmischungen
Laut EU-Verordnung müssen Glutaminsäure und ihre Salze auf der Zutatenliste entweder mit dem Namen oder dem E-Nummer-Code angegeben werden.
Sicherheit und gesundheitliche Bewertung
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat Glutaminsäure und ihre Salze (E620–E625) umfassend bewertet. In ihrer Neubewertung aus dem Jahr 2017 legte die EFSA einen ADI-Wert (akzeptable tägliche Aufnahmemenge) von 30 mg/kg Körpergewicht pro Tag für die Gruppe E620–E625 fest. Bei üblicher Verwendung in Lebensmitteln gelten diese Stoffe als sicher.
Historisch wurde das sogenannte Chinarestaurant-Syndrom mit dem Verzehr von Glutamat in Verbindung gebracht – Symptome wie Kopfschmerzen, Rötung oder Engegefühl in der Brust. Aktuelle wissenschaftliche Evidenz konnte jedoch keinen eindeutigen kausalen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Glutaminsäure in lebensmittelüblichen Mengen und diesen Symptomen belegen.
Glutaminsäure als Aminosäure im Stoffwechsel
Unabhängig von seiner Rolle als Zusatzstoff ist Glutaminsäure eine der häufigsten Aminosäuren im menschlichen Körper und erfüllt wichtige physiologische Funktionen:
- Sie ist ein wichtiger Neurotransmitter im zentralen Nervensystem (exzitatorisch)
- Sie spielt eine zentrale Rolle im Stickstoffstoffwechsel
- Sie ist Vorstufe für Glutamin, Prolin und GABA (Gamma-Aminobuttersäure)
- Sie ist an der Entgiftung von Ammoniak in der Leber beteiligt
Quellen
- EFSA Panel on Food Additives and Nutrient Sources added to Food (ANS) – Re-evaluation of glutamic acid (E620), sodium glutamate (E621), potassium glutamate (E622), calcium diglutamate (E623), ammonium glutamate (E624) and magnesium diglutamate (E625) as food additives. EFSA Journal, 2017.
- Europäisches Parlament und Rat der EU – Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 über Lebensmittelzusatzstoffe.
- Biesalski, H.K. et al. – Ernährungsmedizin. Thieme Verlag, 5. Auflage, 2018.
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