Endorhachis – Anatomie und klinische Bedeutung
Die Endorhachis ist eine dünne Bindegewebsschicht, die den Wirbelkanal von innen auskleidet und das Rückenmark schützt.
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Die Endorhachis ist eine dünne Bindegewebsschicht, die den Wirbelkanal von innen auskleidet und das Rückenmark schützt.
Was ist die Endorhachis?
Die Endorhachis (auch Endorachis genannt) ist eine zarte Schicht aus Bindegewebe, die die Innenwand des Wirbelkanals (Canalis vertebralis) auskleidet. Sie bildet eine anatomische Grenzschicht zwischen dem knöchernen und ligamentären Gewebe der Wirbelsäule und dem epiduralen Raum, in dem sich unter anderem Fettgewebe, Blutgefäße und Nervenwurzeln befinden.
Der Begriff leitet sich aus dem Griechischen ab: endon (innen) und rhachis (Wirbelsäule). Die Endorhachis ist damit wörtlich die innere Auskleidung der Wirbelsäule.
Anatomische Lage und Aufbau
Die Endorhachis liegt direkt der Innenseite des knöchernen Wirbelkanals an und ist eng mit dem Periost (Knochenhaut) der Wirbelkörper und -bögen sowie mit dem Ligamentum flavum und anderen Bändern der Wirbelsäule verbunden. Sie begrenzt nach innen den sogenannten Epiduralraum (auch periduraler Raum), der zwischen der Endorhachis und der äußeren Hirnhaut (Dura mater spinalis) liegt.
- Lage: Innenwand des Wirbelkanals, vom Foramen magnum bis zum Sakralkanal
- Struktur: Dünne, fibröse Bindegewebsmembran
- Nachbarstrukturen: Periost der Wirbelknochen, Ligamentum flavum, epidurales Fettgewebe, epidurale Venenplexus
Funktionen der Endorhachis
Die Endorhachis erfüllt mehrere wichtige physiologische Aufgaben:
- Schutzfunktion: Sie schützt den Epiduralraum und seine Strukturen vor mechanischen Einwirkungen von außen.
- Begrenzung des Epiduralraums: Die Endorhachis definiert die äußere Grenze des Epiduralraums und trägt damit zur kontrollierten Verteilung von Substanzen (z. B. Lokalanästhetika bei der Periduralanästhesie) in diesem Raum bei.
- Strukturelle Integration: Sie verbindet Periost und Bänder der Wirbelsäule und trägt zur mechanischen Stabilität des Wirbelkanals bei.
Klinische Relevanz
Obwohl die Endorhachis in der klinischen Alltagssprache selten explizit erwähnt wird, spielt sie eine wichtige Rolle bei verschiedenen medizinischen Eingriffen und Erkrankungen:
Periduralanästhesie (Epiduralanästhesie)
Bei der Periduralanästhesie wird ein Lokalanästhetikum gezielt in den Epiduralraum injiziert, um Schmerzen zu betäuben – beispielsweise bei Operationen oder unter der Geburt. Die korrekte Identifikation des Epiduralraums, dessen Begrenzung die Endorhachis bildet, ist für den Erfolg und die Sicherheit dieses Eingriffs entscheidend.
Epidurale Hämatome und Abszesse
Im Epiduralraum können sich unter bestimmten Umständen epidurale Hämatome (Blutansammlungen) oder epidurale Abszesse (Eiteransammlungen) bilden. Die Endorhachis als Begrenzungsstruktur beeinflusst die Ausbreitung solcher pathologischen Prozesse. Epidurale Hämatome können durch Verletzungen, Gerinnungsstörungen oder als Komplikation nach Wirbelsäuleneingriffen entstehen und erfordern oft eine notfallmäßige Behandlung.
Spinale Chirurgie
Bei operativen Eingriffen an der Wirbelsäule, etwa bei Bandscheibenvorfällen oder Wirbelkanalstenosen, muss der Chirurg anatomische Schichten wie die Endorhachis sorgfältig identifizieren und schonen, um Verletzungen des Rückenmarks und der Nervenwurzeln zu vermeiden.
Abgrenzung zu verwandten Strukturen
Die Endorhachis ist nicht zu verwechseln mit den drei Hirnhäuten (Meningen), die das Rückenmark direkt umhüllen:
- Dura mater spinalis: Die äußerste, harte Hirnhaut, die das Rückenmark direkt umgibt
- Arachnoidea mater spinalis: Die mittlere, spinngewebsartige Hirnhaut
- Pia mater spinalis: Die innerste, gefäßreiche Hirnhaut, die direkt dem Rückenmark anliegt
Die Endorhachis liegt außerhalb dieser Hirnhäute und kleidet den Wirbelkanal als äußerste innere Schicht aus. Der Epiduralraum befindet sich zwischen der Endorhachis und der Dura mater spinalis.
Quellen
- Schünke M., Schulte E., Schumacher U.: Prometheus – LernAtlas der Anatomie: Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem. Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 5. Auflage 2018.
- Standring S. (Hrsg.): Gray's Anatomy – The Anatomical Basis of Clinical Practice. 42nd Edition. Elsevier, 2021.
- Bogduk N.: Clinical and Radiological Anatomy of the Lumbar Spine. 5th Edition. Churchill Livingstone, Elsevier, 2012.
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