Epiglottitis – Ursachen, Symptome und Behandlung
Epiglottitis ist eine akute, potenziell lebensbedrohliche Entzündung des Kehldeckels, die zu einer gefährlichen Verengung der Atemwege führen kann.
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Epiglottitis ist eine akute, potenziell lebensbedrohliche Entzündung des Kehldeckels, die zu einer gefährlichen Verengung der Atemwege führen kann.
Was ist eine Epiglottitis?
Die Epiglottitis ist eine akute Entzündung des Kehldeckels (Epiglottis), einem knorpeligen Verschlussdeckel am Eingang der Luftröhre. Der Kehldeckel verhindert normalerweise, dass Nahrung und Flüssigkeit in die Atemwege gelangen. Bei einer Epiglottitis schwillt dieses Gewebe stark an und kann die Atemwege gefährlich einengen oder vollständig blockieren. Die Erkrankung gilt als medizinischer Notfall und erfordert sofortige ärztliche Behandlung.
Ursachen
Die häufigste Ursache der Epiglottitis ist eine bakterielle Infektion. Seit der Einführung der Hib-Schutzimpfung (gegen Haemophilus influenzae Typ b) ist die Erkrankung bei Kindern deutlich seltener geworden.
- Bakterien: Haemophilus influenzae Typ b (früher häufigste Ursache bei Kindern), Streptococcus pneumoniae, Staphylococcus aureus
- Viren: Herpes-simplex-Virus, Varizella-Zoster-Virus
- Pilze: Selten, vor allem bei immungeschwächten Personen
- Nicht-infektiöse Ursachen: Thermische oder chemische Verletzungen (z. B. durch Einatmen heißer Dämpfe oder ätzender Substanzen), Trauma
Symptome
Die Epiglottitis entwickelt sich häufig sehr schnell, oft innerhalb von Stunden. Typische Symptome sind:
- Starke Halsschmerzen und Schluckbeschwerden (Odynophagie)
- Kloßige Sprache (als ob ein heißer Kloß im Mund wäre)
- Speichelfluss (Schlucken ist zu schmerzhaft)
- Fieber, oft hoch
- Atemnot und Stridor (pfeifendes Atemgeräusch beim Einatmen)
- Vorgebeugtes Sitzen mit ausgestrecktem Hals (typische Schonhaltung zur Erleichterung der Atmung)
- Im Verlauf: Zyanose (Blaufärbung der Lippen) als Zeichen des Sauerstoffmangels
Besonderheiten bei Kindern und Erwachsenen
Bei Kindern verläuft die Erkrankung in der Regel rascher und bedrohlicher als bei Erwachsenen. Das klassische Bild des kranken, aufrecht sitzenden Kindes mit offenem Mund und Speichelfluss ist typisch. Erwachsene zeigen oft einen etwas langsameren Verlauf, jedoch ist die Erkrankung auch bei ihnen als medizinischer Notfall zu werten.
Diagnose
Die Diagnose der Epiglottitis stützt sich auf die klinische Untersuchung und bildgebende Verfahren. Es ist wichtig, die Untersuchung behutsam durchzuführen, da Manipulationen im Rachenraum einen Laryngospasmus (Verkrampfung des Kehlkopfes) auslösen können.
- Klinische Untersuchung: Beurteilung der Atmung, Halsschmerzen, Schluckbeschwerden
- Laryngoskopie: Direkte Betrachtung des Kehldeckels mit einem Endoskop (nur unter kontrollierten Bedingungen)
- Röntgenaufnahme des Halses: Zeigt das sogenannte Daumenzeichen (thumbprint sign) als Hinweis auf eine geschwollene Epiglottis
- Blutuntersuchung: Blutbild, Entzündungsmarker (CRP, Leukozyten), Blutkulturen zur Erregererkennung
Behandlung
Die Epiglottitis ist ein medizinischer Notfall. Die Sicherung der Atemwege hat oberste Priorität.
Sicherung der Atemwege
Bei schwerer Atemnot ist eine Intubation (Einführen eines Beatmungsschlauchs) oder in Extremfällen eine Tracheotomie (chirurgisches Anlegen eines Atemwegs) notwendig. Dies geschieht in der Regel auf einer Intensivstation.
Medikamentöse Therapie
- Antibiotika: Intravenöse Gabe von Breitbandantibiotika (z. B. Ceftriaxon) zur Behandlung der bakteriellen Infektion
- Kortikosteroide: Zur Reduktion der Schwellung (z. B. Dexamethason)
- Analgetika und Antipyretika: Zur Schmerz- und Fieberbehandlung
Prävention
Die wirksamste Vorbeugung gegen die häufigste Form der Epiglottitis ist die Hib-Impfung, die im Rahmen des Standardimpfprogramms für Kinder empfohlen wird. Durch die weitverbreitete Impfung ist die Häufigkeit der Erkrankung bei Kindern stark zurückgegangen.
Quellen
- Robert Koch-Institut (RKI): Haemophilus influenzae - Ratgeber für Ärzte. Berlin, 2022.
- Sobol SE, Zapata S. Epiglottitis and Croup. Otolaryngologic Clinics of North America, 2008; 41(3): 551-566.
- World Health Organization (WHO): Haemophilus influenzae type b (Hib) vaccination. WHO Immunization Coverage, 2023.
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