Epikanthus: Ursachen, Formen und Behandlung
Der Epikanthus ist eine Hautfalte am inneren Augenwinkel, die die Tränenöffnung teilweise bedeckt. Er kann angeboren sein oder auf eine Grunderkrankung hinweisen.
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Der Epikanthus ist eine Hautfalte am inneren Augenwinkel, die die Tränenöffnung teilweise bedeckt. Er kann angeboren sein oder auf eine Grunderkrankung hinweisen.
Was ist ein Epikanthus?
Der Epikanthus (auch Epikanthusfalte oder Epicanthus genannt) ist eine kleine Hautfalte, die vom Oberlid ausgehend den inneren Augenwinkel (Kanthus) ganz oder teilweise bedeckt. Diese Falte kann bei Menschen verschiedener ethnischer Herkunft auftreten und ist in vielen asiatischen Bevölkerungsgruppen eine normale anatomische Variante. Bei anderen Bevölkerungsgruppen kann sie jedoch ein Hinweis auf eine genetische Besonderheit oder ein syndromales Krankheitsbild sein.
Formen des Epikanthus
Medizinisch werden verschiedene Formen unterschieden, je nachdem, von welcher Lidregion die Falte ausgeht:
- Epicanthus supraciliaris: Die Falte verläuft von der Augenbraue bis zum unteren Lid.
- Epicanthus palpebralis: Die Falte beginnt im Oberlid und setzt sich bis zum Unterlid fort. Dies ist die häufigste Form.
- Epicanthus tarsalis: Die Falte geht vom Oberlid aus und läuft im inneren Augenwinkel aus. Typisch für Menschen ostasiatischer Herkunft.
- Epicanthus inversus: Die Falte verläuft vom Unterlid nach oben. Diese Form ist selten und kann mit dem Blepharophimosis-Syndrom assoziiert sein.
Ursachen und Zusammenhänge
Ein Epikanthus kann verschiedene Ursachen haben:
- Ethnische Variante: Bei Menschen ostasiatischer, zentralasiatischer oder indigener Herkunft ist der Epikanthus eine normale anatomische Ausprägung ohne Krankheitswert.
- Physiologisch bei Säuglingen: Viele Neugeborene haben eine ausgeprägte Nasenbrücke und eine noch nicht vollständig entwickelte Gesichtsstruktur, wodurch ein vorübergehender Epikanthus entsteht, der sich im Laufe des Wachstums zurückbildet.
- Genetische Syndrome: Ein Epikanthus kann als Begleitmerkmal bei verschiedenen genetischen Erkrankungen auftreten, darunter das Down-Syndrom (Trisomie 21), das Turner-Syndrom, das Noonan-Syndrom sowie das Blepharophimosis-Ptosis-Epicanthus-inversus-Syndrom (BPES).
- Isoliertes Auftreten: Gelegentlich tritt der Epikanthus als isoliertes Merkmal ohne weiteren Krankheitswert auf.
Symptome und Auswirkungen
Der Epikanthus selbst verursacht in den meisten Fällen keine Beschwerden. Mögliche Auswirkungen sind:
- Optische Veränderung des Augenbereichs, die manchmal den Eindruck eines Schielens (Strabismus) erwecken kann, obwohl kein echter Strabismus vorliegt (sogenannter Pseudostrabismus).
- Bei sehr ausgeprägten Formen kann die Falte das Sichtfeld minimal einschränken.
- Wenn der Epikanthus im Rahmen eines Syndroms auftritt, stehen die Symptome der Grunderkrankung im Vordergrund.
Diagnose
Die Diagnose eines Epikanthus erfolgt in der Regel durch eine einfache klinische Inspektion durch einen Augenarzt oder Kinderarzt. Wichtig ist die Abgrenzung gegenüber einem echten Schielen. Wenn weitere Auffälligkeiten bestehen, können weiterführende Untersuchungen wie eine genetische Diagnostik oder eine augenärztliche Funktionsprüfung notwendig sein.
Behandlung
In den meisten Fällen ist keine Behandlung erforderlich, da der Epikanthus keinen Krankheitswert hat. Folgende Optionen bestehen:
- Abwarten bei Säuglingen und Kleinkindern: Da sich die Falte oft mit dem Wachstum der Nasenbrücke von selbst zurückbildet, wird zunächst abgewartet.
- Operative Korrektur: Wenn der Epikanthus kosmetisch oder funktionell störend ist, kann eine plastisch-chirurgische Korrektur (z. B. Y-V-Plastik oder Z-Plastik) durchgeführt werden. Dieser Eingriff wird meist erst im Schulalter oder Erwachsenenalter vorgenommen.
- Behandlung der Grunderkrankung: Liegt ein genetisches Syndrom vor, steht die Therapie der Grunderkrankung im Vordergrund.
Quellen
- Grehn, F. (2019). Augenheilkunde. 32. Auflage. Springer Medizin Verlag, Berlin.
- Jones, K. L., Jones, M. C., Del Campo, M. (2022). Smith's Recognizable Patterns of Human Malformation. 8th Edition. Elsevier.
- World Health Organization (WHO) – International Classification of Diseases (ICD-11): Epicanthus. Verfügbar unter: https://www.who.int
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