Erythema infectiosum – Ringelröteln einfach erklärt
Erythema infectiosum ist eine ansteckende Viruserkrankung, die vor allem Kinder betrifft und durch einen charakteristischen Hautausschlag mit geröteten Wangen gekennzeichnet ist.
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Erythema infectiosum ist eine ansteckende Viruserkrankung, die vor allem Kinder betrifft und durch einen charakteristischen Hautausschlag mit geröteten Wangen gekennzeichnet ist.
Was ist Erythema infectiosum?
Erythema infectiosum, umgangssprachlich auch als Ringelröteln bezeichnet, ist eine häufige und meist harmlose Virusinfektionskrankheit. Sie wird durch das Parvovirus B19 ausgelöst und betrifft vorwiegend Kinder im Schulalter. Typisch ist das Auftreten eines auffälligen Hautausschlags, der zunächst die Wangen betrifft und sich später auf den Rumpf und die Extremitäten ausbreiten kann. Die Erkrankung ist in der Regel selbstlimitierend und heilt ohne spezifische Behandlung ab.
Ursachen
Erythema infectiosum wird durch das Parvovirus B19 verursacht, ein DNA-Virus aus der Familie der Parvoviridae. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich über:
- Tröpfcheninfektion: Einatmen virushaltiger Atemwegssekrete beim Niesen oder Husten
- Direkten Kontakt: Berühren von kontaminierten Oberflächen und anschließendes Anfassen von Mund oder Nase
- Bluttransfusionen: selten, aber möglich
- Vertikale Übertragung: von der Mutter auf das ungeborene Kind während der Schwangerschaft
Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 4 bis 21 Tage. Betroffene sind vor allem in der Zeit vor Ausbruch des Hautausschlags ansteckend.
Symptome
Der Krankheitsverlauf des Erythema infectiosum gliedert sich typischerweise in mehrere Phasen:
Prodromalphase
Zu Beginn können unspezifische grippeähnliche Beschwerden auftreten, wie leichtes Fieber, Kopfschmerzen, Müdigkeit und ein allgemeines Krankheitsgefühl.
Exanthemphase
- Wangenröte: Intensiv gerötete, warme Wangen, die dem Kind ein typisches Aussehen verleihen (sogenanntes Schmetterlingsexanthem oder Ohrfeigengesicht)
- Rumpf- und Extremitätenausschlag: Einige Tage später entstehen ringförmige, girlandenartige rote Flecken auf Armen, Beinen und Rumpf
- Juckreiz: Der Ausschlag kann leicht jucken und durch Sonnenlicht, Wärme oder körperliche Anstrengung verstärkt werden
Besonderheiten bei Erwachsenen
Bei Erwachsenen verläuft die Infektion oft schwerer. Es kann zu Gelenkschmerzen und Gelenkschwellungen (Arthralgie und Arthritis) kommen, die vor allem die kleinen Gelenke der Hände und Füße betreffen und mehrere Wochen anhalten können.
Komplikationen
- Aplastische Krise: Bei Personen mit bestehenden Bluterkrankungen (z. B. Sichelzellanämie) kann Parvovirus B19 eine vorübergehende schwere Verminderung der roten Blutkörperchen auslösen.
- Hydrops fetalis: Eine Infektion in der Schwangerschaft kann beim ungeborenen Kind zu einer lebensbedrohlichen Wasseransammlung im Gewebe führen.
- Immungeschwächte Personen: Chronische Anämie ist möglich.
Diagnose
Die Diagnose wird häufig klinisch anhand des typischen Hautausschlags gestellt. Bei Bedarf können folgende Untersuchungen durchgeführt werden:
- Blutuntersuchung: Nachweis von Antikörpern gegen Parvovirus B19 (IgM und IgG)
- PCR-Test: Direkter Nachweis des Viruserbguts im Blut, besonders bei immungeschwächten Patienten oder in der Schwangerschaft
- Blutbild: Bei Verdacht auf aplastische Krise zur Beurteilung der Blutkörperchenanzahl
Behandlung
Für das Erythema infectiosum gibt es keine spezifische antivirale Therapie. Die Behandlung ist symptomorientiert:
- Fiebersenkende Mittel: z. B. Paracetamol oder Ibuprofen bei Fieber und Unwohlsein
- Antihistaminika: Bei starkem Juckreiz können diese helfen
- Ruhe und ausreichend Flüssigkeit: Unterstützung der Genesung
- Bei aplastischer Krise: Krankenhausaufenthalt und gegebenenfalls Bluttransfusionen erforderlich
- In der Schwangerschaft: engmaschige Überwachung durch den Frauenarzt, ggf. intrauterine Bluttransfusion beim Kind
Kinder mit Erythema infectiosum müssen in der Regel nicht aus der Schule oder dem Kindergarten fernbleiben, da sie zum Zeitpunkt des sichtbaren Ausschlags meist nicht mehr ansteckend sind.
Quellen
- Robert Koch-Institut (RKI): Steckbrief Parvovirus-B19-Infektion. www.rki.de (2023).
- Gortner L., Meyer S., Sitzmann F.C.: Duale Reihe Pädiatrie. 5. Auflage. Thieme Verlag, Stuttgart 2018.
- Young N.S., Brown K.E.: Parvovirus B19. New England Journal of Medicine, 350(6):586-597, 2004. DOI: 10.1056/NEJMra030840.
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