Eales-Syndrom: Ursachen, Symptome & Behandlung
Das Eales-Syndrom ist eine seltene Erkrankung der Netzhautgefäße, die vor allem junge Männer betrifft und zu Sehverlust führen kann.
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Das Eales-Syndrom ist eine seltene Erkrankung der Netzhautgefäße, die vor allem junge Männer betrifft und zu Sehverlust führen kann.
Was ist das Eales-Syndrom?
Das Eales-Syndrom ist eine seltene, entzündlich-obliterative Erkrankung der Blutgefäße der Netzhaut (Retina). Es handelt sich um eine idiopathische Vaskulitis der peripheren Netzhautgefäße, die zu Einblutungen in den Glaskörper, einer abnormen Gefäßneubildung (Neovaskularisation) und im schlimmsten Fall zu dauerhaftem Sehverlust führen kann. Die Erkrankung wurde erstmals im Jahr 1880 von dem britischen Augenarzt Henry Eales beschrieben und betrifft vorwiegend junge Männer im Alter zwischen 20 und 40 Jahren.
Ursachen
Die genaue Ursache des Eales-Syndroms ist bis heute nicht vollständig geklärt. Es werden mehrere Faktoren diskutiert:
- Tuberkulöse Infektion: Eine Assoziation mit Mycobacterium tuberculosis wird in der Forschung häufig beschrieben. Insbesondere eine übersteigerte Immunreaktion auf tuberkulöse Antigene gilt als möglicher Auslöser.
- Immunologische Faktoren: Eine fehlgeleitete zelluläre Immunantwort kann zu einer Entzündung der Gefäßwände führen.
- Oxidativer Stress: Erhöhte Spiegel freier Radikale und eine gestörte antioxidative Abwehr wurden in betroffenen Patienten nachgewiesen.
- Genetische Prädisposition: Bestimmte HLA-Typen (Human Leukocyte Antigen) können die Anfälligkeit erhöhen.
Symptome
Das Eales-Syndrom verläuft in Phasen und kann sich klinisch unterschiedlich präsentieren:
- Frühe Phase (Periphlebitis): Entzündung der peripheren Netzhautvenen, oft ohne merkliche Symptome oder mit leichter Sehverschlechterung.
- Mittlere Phase (Okklusion): Verschluss von Netzhautgefäßen mit zunehmender Sauerstoffunterversorgung der Netzhaut (Ischämie).
- Späte Phase (Proliferation): Bildung neuer, brüchiger Blutgefäße (Neovaskularisation), die zu Glaskörperblutungen führen können. Betroffene bemerken plötzliche Sehverschlechterung, Lichtblitze (Photopsien) oder schwebende dunkle Flecken (Mouches volantes) vor dem Auge.
- In schweren Fällen: Netzhautablösung und dauerhafter Sehverlust.
Diagnose
Die Diagnose des Eales-Syndroms erfolgt in erster Linie durch ophthalmologische Untersuchungen:
- Funduskopie (Spiegelung des Augenhintergrunds): Erkennung von Einblutungen, Gefäßveränderungen und Neovaskularisationen.
- Fluoreszenzangiographie: Darstellung der Netzhautgefäße mit einem Kontrastmittel zur genauen Beurteilung von Gefäßleckagen und Okklusionen.
- Optische Kohärenztomographie (OCT): Hochauflösende Querschnittsdarstellung der Netzhautschichten.
- Laboruntersuchungen: Ausschluss anderer Ursachen (z. B. Tuberkulin-Test bzw. IGRA-Test auf Tuberkulose, Blutbild, Entzündungsmarker).
- Differenzialdiagnose: Abgrenzung von anderen Netzhautgefäßerkrankungen wie diabetischer Retinopathie, Sarkoidose oder Sichelzellretinopathie.
Behandlung
Eine ursächliche Therapie existiert bislang nicht. Die Behandlung des Eales-Syndroms richtet sich nach dem Krankheitsstadium:
Konservative Therapie
- Kortikosteroide: Zur Eindämmung der entzündlichen Komponente werden systemische oder periokulare Kortikosteroide eingesetzt.
- Antituberkulöse Therapie: Bei nachgewiesener oder vermuteter Tuberkulose-Assoziation kann eine spezifische antibiotische Kombinationstherapie eingesetzt werden.
- Antioxidantien: Vitamin C, Vitamin E und andere antioxidative Substanzen werden ergänzend diskutiert.
Interventionelle Therapie
- Laserphotokoagulation: Verödung ischämischer Netzhautbereiche zur Hemmung der Neovaskularisation und Vorbeugung von Glaskörperblutungen.
- Vitrektomie: Chirurgische Entfernung des eingebluteten Glaskörpers bei schwerwiegenden Blutungen.
- Anti-VEGF-Injektionen: Intravitreale Injektionen von Substanzen, die das Gefäßwachstum hemmen (z. B. Bevacizumab), können bei ausgeprägter Neovaskularisation eingesetzt werden.
Prognose
Die Prognose des Eales-Syndroms ist variabel. Viele Patienten sprechen gut auf eine frühzeitige Behandlung an und behalten eine ausreichende Sehfähigkeit. Bei verzögerter Diagnose oder schwerem Verlauf können jedoch dauerhafte Sehschäden entstehen. Regelmäßige augenärztliche Kontrollen sind daher essenziell.
Quellen
- Das, T. et al. - Eales Disease: Current Concepts in Pathophysiology, Diagnosis and Management. Indian Journal of Ophthalmology, 2021.
- Saxena, S. et al. - Eales Disease. Acta Ophthalmologica Scandinavica, 2000; 78(3): 249-254.
- Agarwal, A. - Gass' Atlas of Macular Diseases, 5th Edition. Elsevier, 2012.
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