Enuresis nocturna – Ursachen, Symptome und Behandlung
Enuresis nocturna bezeichnet das unwillkürliche Einnässen im Schlaf bei Kindern ab 5 Jahren. Es ist eine häufige Entwicklungsstörung, die gut behandelbar ist.
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Enuresis nocturna bezeichnet das unwillkürliche Einnässen im Schlaf bei Kindern ab 5 Jahren. Es ist eine häufige Entwicklungsstörung, die gut behandelbar ist.
Was ist Enuresis nocturna?
Enuresis nocturna, umgangssprachlich auch als Bettnässen bekannt, bezeichnet das unwillkürliche Wasserlassen während des Schlafs bei Kindern, die das 5. Lebensjahr bereits vollendet haben. Bis zu diesem Alter gilt nächtliches Einnässen als entwicklungsbedingt normal. Es handelt sich um eine der häufigsten Entwicklungsstörungen im Kindesalter: Etwa 10–15 % aller Fünfjährigen und rund 1–2 % der Jugendlichen sind betroffen. Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen.
Man unterscheidet zwischen der primären Enuresis nocturna (das Kind war noch nie trocken) und der sekundären Enuresis nocturna (das Kind war mindestens 6 Monate trocken und beginnt erneut einzunässen).
Ursachen
Die genauen Ursachen sind oft multifaktoriell. Folgende Faktoren spielen eine Rolle:
- Genetische Veranlagung: Bettnässen tritt häufig familiär gehäuft auf. Wenn ein Elternteil betroffen war, steigt das Risiko auf ca. 40 %, bei beiden Elternteilen auf ca. 70 %.
- Verminderte nächtliche ADH-Ausschüttung: Das antidiuretische Hormon (ADH) reduziert die Urinproduktion in der Nacht. Bei manchen Kindern ist diese Ausschüttung unzureichend.
- Kleine Blasenkapazität: Eine funktionell zu kleine Blase kann dazu führen, dass der Harndrang im Schlaf nicht wahrgenommen wird.
- Tiefer Schlaf: Manche Kinder wachen auf Harndrangsignale hin nicht auf.
- Psychosoziale Faktoren: Stress, familiäre Konflikte oder einschneidende Lebensereignisse können insbesondere die sekundäre Form auslösen.
- Organische Ursachen: Harnwegsinfektionen, Diabetes mellitus, Diabetes insipidus oder anatomische Besonderheiten der Harnwege sollten ausgeschlossen werden.
Symptome
Das Leitsymptom ist das unwillkürliche nächtliche Einnässen, mindestens zweimal pro Monat. Begleitend können auftreten:
- Häufiger Harndrang tagsüber (bei kombinierter Enuresis)
- Psychische Belastung wie Scham, Rückzug oder vermindertes Selbstwertgefühl
- Schlafstörungen in einigen Fällen
Diagnose
Die Diagnose erfolgt durch eine sorgfältige Anamnese und körperliche Untersuchung. Typische diagnostische Schritte umfassen:
- Miktionsprotokoll: Eltern und Kind dokumentieren Trinkmengen, Miktionszeiten und Einnässereignisse über mehrere Tage.
- Urinanalyse: Ausschluss von Harnwegsinfektionen oder Glukose im Urin (Diabetes-Hinweis).
- Ultraschall der Harnwege: Beurteilung von Blase und Nieren.
- Uroflowmetrie: Messung des Harnflusses bei Verdacht auf Blasenfunktionsstörung.
Organische Ursachen müssen vor Therapiebeginn ausgeschlossen werden.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache, dem Leidensdruck und dem Alter des Kindes. Zunächst werden allgemeine Maßnahmen empfohlen:
Allgemeine Maßnahmen
- Regelmäßige Trinkmengen tagsüber (keine Einschränkung abends ohne ärztlichen Rat)
- Regelmäßiges Wasserlassen vor dem Schlafengehen
- Führen eines Miktionsprotokolls
- Positive Verstärkung und Entlastung des Kindes (kein Vorwurf oder Strafe)
Apparative Verhaltenstherapie (Klingelmatratze)
Die Enuresis-Alarmtherapie gilt als effektivste Langzeitbehandlung. Ein Feuchtigkeitssensor löst beim ersten Einnässen einen Alarm aus und weckt das Kind, um es zu konditionieren, rechtzeitig aufzuwachen.
Medikamentöse Therapie
- Desmopressin: Ein synthetisches ADH-Analogon, das die nächtliche Urinproduktion reduziert. Geeignet für Kinder ab 5 Jahren, besonders bei ADH-Mangel.
- Anticholinergika (z. B. Oxybutynin): Bei kleiner überaktiver Blase oder kombinierter Enuresis.
- Imipramin: Ein trizyklisches Antidepressivum, heute wegen Nebenwirkungen nur noch selten eingesetzt.
Psychologische Unterstützung
Bei sekundärer Enuresis oder psychosozialen Auslösern kann eine psychologische oder familientherapeutische Begleitung hilfreich sein.
Prognose
Die Prognose ist insgesamt gut. Pro Jahr werden ca. 15 % der betroffenen Kinder spontan trocken. Mit gezielter Therapie lässt sich die Erfolgsrate deutlich steigern. Persistiert das Bettnässen bis ins Erwachsenenalter, sind organische oder psychiatrische Ursachen abzuklären.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) – Leitlinie Enuresis und nicht-organische (funktionelle) Harninkontinenz bei Kindern und Jugendlichen (2015/2020).
- Neveus T. et al. – The standardization of terminology of lower urinary tract function in children and adolescents: Report from the Standardisation Committee of the International Children's Continence Society. Journal of Urology, 2006.
- Vande Walle J. et al. – Practical consensus guidelines for the management of enuresis. European Journal of Pediatrics, 2012.
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