Erysipelas melanomatosum – Melanom-Hautmetastase
Erysipelas melanomatosum ist eine seltene kutane Metastasierungsform des malignen Melanoms, bei der Hautmetastasen eine entzündliche, erysipelartige Rötung imitieren.
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Erysipelas melanomatosum ist eine seltene kutane Metastasierungsform des malignen Melanoms, bei der Hautmetastasen eine entzündliche, erysipelartige Rötung imitieren.
Definition
Erysipelas melanomatosum ist eine seltene und klinisch bedeutsame Form der kutanen Metastasierung des malignen Melanoms. Hierbei infiltrieren Melanomzellen die Lymphgefäße und das Gewebe der Haut und erzeugen dabei eine flächige, gerötete und leicht erhabene Hautveränderung, die optisch einem Erysipel (bakterielle Wundrose) täuschend ähnlich sehen kann. Der Begriff setzt sich aus dem lateinischen erysipelas (Wundrose) und melanomatosum (das Melanom betreffend) zusammen.
Ursachen und Pathogenese
Die Erkrankung entsteht durch die lymphangitische Ausbreitung von Melanomzellen innerhalb der Haut. Dabei kommt es zu einer lymphogenen Metastasierung, bei der Tumorzellen die dermalen und subkutanen Lymphkapillaren infiltrieren. Dies führt zu einer Stauung der Lymphe sowie zu einer entzündungsähnlichen Reaktion des Gewebes, die klinisch der bakteriellen Wundrose ähnelt.
- Primäres malignes Melanom als Ausgangspunkt
- Lymphangitische Infiltration durch Tumorzellen
- Lokale Entzündungsreaktion durch Tumorinfiltration
- Häufig im Bereich des Primärtumors oder vorheriger Operationsnarben
Symptome
Die klinische Präsentation des Erysipelas melanomatosum ist charakteristisch und kann diagnostisch irreführend sein:
- Flächige, scharf begrenzte Rötung der Haut
- Überwärmung und leichte Schwellung des betroffenen Bereichs
- Gelegentlich begleitendes Spannungsgefühl oder leichter Schmerz
- Keine oder nur geringe systemische Infektionszeichen (kein hohes Fieber, kein deutlicher Anstieg der Entzündungsmarker)
- Fehlende Reaktion auf antibiotische Therapie
Diagnose
Die Diagnosestellung erfordert eine hohe klinische Aufmerksamkeit, insbesondere bei Patienten mit bekanntem malignem Melanom in der Vorgeschichte.
Klinische Untersuchung
Die Inspektion zeigt eine erythematöse, leicht infiltrierte Hautfläche. Der entscheidende Hinweis ist das Ausbleiben einer Besserung unter antibiotischer Therapie sowie der Kontext einer Melanomerkrankung.
Histopathologie
Die Hautbiopsie ist der Goldstandard der Diagnose. Histologisch zeigen sich Melanomzellen in den Lymphgefäßen und dem Interstitium der Dermis. Immunhistochemische Färbungen (z. B. mit S-100, HMB-45, Melan-A) sichern die Diagnose.
Bildgebung
Zur Beurteilung der Gesamtausdehnung der Metastasierung werden bildgebende Verfahren wie PET-CT oder MRT eingesetzt.
Differenzialdiagnosen
Aufgrund der klinischen Ähnlichkeit müssen folgende Erkrankungen ausgeschlossen werden:
- Erysipel (bakterielle Wundrose durch Streptokokken)
- Entzündliches Mammakarzinom (Carcinoma erysipelatoides)
- Kontaktdermatitis
- Phlegmone
- Andere kutane Metastasen
Behandlung
Die Therapie des Erysipelas melanomatosum richtet sich nach dem Gesamtstadium des malignen Melanoms und umfasst systemische sowie lokale Ansätze:
Systemische Therapie
- Immuntherapie: Checkpoint-Inhibitoren wie PD-1-Antikörper (z. B. Pembrolizumab, Nivolumab) sind die bevorzugte Erstlinientherapie bei metastasiertem Melanom.
- Zielgerichtete Therapie (Targeted Therapy): Bei Vorliegen einer BRAF-V600-Mutation kommen BRAF- und MEK-Inhibitoren (z. B. Dabrafenib und Trametinib) zum Einsatz.
- Chemotherapie: In ausgewählten Fällen, meist als Reserveoption.
Lokale und palliative Maßnahmen
- Strahlentherapie zur lokalen Tumorkontrolle
- Elektrochemotherapie bei lokalisierten Hautmetastasen
- Intralesionale Therapien (z. B. Talimogen Laherparepvec / T-VEC)
Prognose
Das Auftreten von Erysipelas melanomatosum weist auf eine fortgeschrittene Metastasierung des Melanoms hin und ist mit einer ernsthaften Prognose verbunden. Moderne systemische Therapien haben die Überlebenschancen von Patienten mit metastasiertem Melanom in den letzten Jahren jedoch erheblich verbessert.
Quellen
- Garbe C. et al. - Melanoma: ESMO Clinical Practice Guidelines for diagnosis, treatment and follow-up. Annals of Oncology, 2022.
- Elder D.E. et al. (Hrsg.) - Lever's Histopathology of the Skin, 11. Auflage, Wolters Kluwer, 2015.
- Robert Koch-Institut / Deutsches Krebsforschungszentrum - Leitlinie Melanom (S3-Leitlinie), AWMF-Registernummer 032-024OL, 2020.
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