Erythrodermie: Ursachen, Symptome und Behandlung
Erythrodermie ist eine schwere Hauterkrankung, bei der mehr als 90 % der Körperoberfläche gerötet und entzündet sind. Sie gilt als dermatologischer Notfall.
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Erythrodermie ist eine schwere Hauterkrankung, bei der mehr als 90 % der Körperoberfläche gerötet und entzündet sind. Sie gilt als dermatologischer Notfall.
Was ist Erythrodermie?
Die Erythrodermie (auch Erythroderma genannt) ist eine schwere, potenziell lebensbedrohliche Hauterkrankung, bei der mehr als 90 % der gesamten Körperoberfläche von einer flächenhaften Rötung (Erythem) und Entzündung betroffen sind. Die Haut ist dabei stark gerötet, geschwollen und schuppt sich intensiv ab. Die Erkrankung stellt einen dermatologischen Notfall dar und erfordert sofortige medizinische Behandlung.
Ursachen
Erythrodermie ist meist keine eigenständige Erkrankung, sondern die Folge oder Eskalation einer bestehenden Hauterkrankung oder einer systemischen Ursache. Die häufigsten Auslöser sind:
- Psoriasis (Schuppenflechte): Die häufigste Ursache, bekannt als erythrodermische Psoriasis
- Ekzeme: Besonders das atopische Ekzem (Neurodermitis) kann sich zur Erythrodermie ausweiten
- Arzneimittelreaktionen: Medikamente wie Antibiotika, Antiepileptika oder Allopurinol können eine Erythrodermie auslösen
- Kutane T-Zell-Lymphome: Insbesondere das Sézary-Syndrom kann mit Erythrodermie einhergehen
- Weitere Hauterkrankungen: z. B. Pemphigus foliaceus, Pityriasis rubra pilaris oder Lichen planus
- Idiopathisch: In bis zu 30 % der Fälle bleibt die Ursache ungeklärt
Symptome
Die Symptome der Erythrodermie betreffen nahezu den gesamten Körper und können sich rasch entwickeln:
- Flächenhafte, intensive Hautrötung über mehr als 90 % der Körperoberfläche
- Starke Schuppung und Abschälung der Haut
- Juckreiz (Pruritus), oft sehr ausgeprägt
- Ödembildung (Wasseransammlungen), besonders an den Unterschenkeln
- Wärmeverlust durch die gestörte Hautbarriere, was zu Unterkühlung führen kann
- Allgemeinsymptome wie Fieber, Schüttelfrost und Erschöpfung
- Lymphknotenschwellungen (Lymphadenopathie)
- Im schweren Verlauf: Herzrasen, Kreislaufprobleme und Elektrolytstörungen
Diagnose
Die Diagnose der Erythrodermie erfolgt klinisch durch die charakteristische Hauterscheinung. Für die Ursachenabklärung sind jedoch weiterführende Untersuchungen notwendig:
- Anamnese: Bestehende Hauterkrankungen, Medikamenteneinnahme, Vorerkrankungen
- Hautbiopsie: Gewebeprobe zur histologischen Untersuchung, um Grunderkrankungen zu identifizieren
- Blutuntersuchungen: Blutbild, Entzündungsmarker, Elektrolyte, Leberwerte, Eiweißspiegel
- Immunphänotypisierung: Bei Verdacht auf ein kutanes Lymphom
- Allergietests: Zum Ausschluss allergischer Ursachen
Behandlung
Die Behandlung der Erythrodermie ist komplex und richtet sich in erster Linie nach der zugrunde liegenden Ursache. In schweren Fällen ist eine stationäre Aufnahme notwendig.
Allgemeine Maßnahmen
- Stationäre Überwachung und Stabilisierung des Kreislaufs
- Ausgleich von Flüssigkeits- und Elektrolytverlusten
- Wärmeerhalt durch angepasste Raumtemperatur und Verbände
- Hautpflege mit rückfettenden Emollientien zur Stärkung der Hautbarriere
Spezifische Therapie je nach Ursache
- Psoriasis-bedingte Erythrodermie: Systemische Therapien wie Methotrexat, Ciclosporin oder Biologika (z. B. TNF-alpha-Inhibitoren, IL-17- oder IL-23-Inhibitoren)
- Ekzem-bedingte Erythrodermie: Systemische Kortikosteroide, Ciclosporin oder Dupilumab
- Arzneimittelinduzierte Erythrodermie: Sofortiges Absetzen des auslösenden Medikaments
- Lymphom-assoziierte Erythrodermie: Onkologische Behandlung, z. B. Extrakorporale Photopherese
Komplikationen und Prognose
Erythrodermie kann lebensbedrohliche Komplikationen verursachen, darunter:
- Sepsis durch bakterielle Superinfektionen der geschädigten Haut
- Herzinsuffizienz durch den erhöhten Blutfluss in der entzündeten Haut
- Schwere Mangelernährung durch erhöhten Proteinverlust über die Haut
Die Prognose hängt stark von der Grunderkrankung und dem Allgemeinzustand des Patienten ab. Eine frühe und konsequente Behandlung verbessert die Heilungschancen erheblich.
Quellen
- Bolognia JL, Schaffer JV, Cerroni L. Dermatology. 4th ed. Elsevier; 2018.
- Sigurdsson V, Toonstra J, Hezemans-Boer M, van Vloten WA. Erythroderma. A clinical and follow-up study of 102 patients. J Am Acad Dermatol. 1996;35(4):523-531.
- World Health Organization (WHO). Skin diseases overview. Verfügbar unter: https://www.who.int
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