Exfoliationsglaukom – Ursachen, Symptome & Therapie
Das Exfoliationsglaukom ist eine Form des Grünen Stars, bei der abgelagertes Proteinfasermaterial den Augeninnendruck erhöht und den Sehnerv schädigt.
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Das Exfoliationsglaukom ist eine Form des Grünen Stars, bei der abgelagertes Proteinfasermaterial den Augeninnendruck erhöht und den Sehnerv schädigt.
Was ist das Exfoliationsglaukom?
Das Exfoliationsglaukom – auch als Pseudoexfoliationsglaukom oder PEX-Glaukom bezeichnet – ist eine spezifische Form des Grünen Stars (Glaukoms). Es entsteht im Rahmen des sogenannten Pseudoexfoliationssyndroms (PEX-Syndrom), bei dem sich eine charakteristische weißlich-graue Proteinfasermaterial-Ablagerung an verschiedenen Strukturen des Auges, insbesondere an der Augenlinse und im Kammerwinkel, ansammelt. Diese Ablagerungen behindern den Abfluss des Kammerwassers, was zu einem Anstieg des Augeninnendrucks (intraokularer Druck) führt. Der erhöhte Druck schädigt langfristig den Sehnerv und kann unbehandelt zur Erblindung führen.
Ursachen und Risikofaktoren
Die genaue Ursache des Exfoliationsglaukoms ist noch nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass eine Kombination aus genetischen Faktoren und Umwelteinflüssen eine Rolle spielt.
- Genetische Veranlagung: Varianten im Gen LOXL1 gelten als wichtigster bekannter Risikofaktor. Dieses Gen ist an der Bildung von Bindegewebsfasern beteiligt.
- Alter: Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter deutlich an. Die Erkrankung tritt selten vor dem 60. Lebensjahr auf.
- Geografische und ethnische Faktoren: Besonders häufig ist das PEX-Syndrom in Skandinavien, dem Mittelmeerraum und bestimmten asiatischen Bevölkerungsgruppen.
- UV-Strahlung: Eine erhöhte Exposition gegenüber Sonnenlicht wird als möglicher Umweltfaktor diskutiert.
- Geschlecht: Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer.
Symptome
Das Exfoliationsglaukom entwickelt sich in der Regel schleichend und verursacht im Frühstadium keine merklichen Beschwerden. Typische Zeichen im fortgeschrittenen Stadium umfassen:
- Einschränkung des Gesichtsfeldes (Gesichtsfeldausfälle), oft zunächst am Rand
- Verschwommenes Sehen oder verminderter Visus
- Bei akutem Druckanstieg: Augenschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit und Sehen von Lichtringen (Halos)
Da die Erkrankung lange symptomlos verlaufen kann, wird sie häufig erst bei einer augenärztlichen Untersuchung entdeckt.
Diagnose
Die Diagnose des Exfoliationsglaukoms erfolgt durch einen Augenarzt (Ophthalmologen) mittels verschiedener Untersuchungsverfahren:
- Spaltlampenuntersuchung: Sichtbarmachung der typischen Proteinfaserablagerungen an der Linse und im Kammerwinkel
- Tonometrie: Messung des Augeninnendrucks
- Gonioskopie: Beurteilung des Kammerwinkels und Nachweis von Ablagerungen
- Ophthalmoskopie: Untersuchung des Sehnervs auf glaukomatöse Schäden (z. B. vergrößerte Papillenexkavation)
- Gesichtsfeldmessung (Perimetrie): Erfassung von Gesichtsfeldausfällen
- OCT (Optische Kohärenztomographie): Strukturelle Analyse der Netzhautnervenfaserschicht
Behandlung
Ziel der Behandlung ist es, den Augeninnendruck zu senken und damit eine weitere Schädigung des Sehnervs zu verhindern. Das Exfoliationsglaukom spricht oft weniger gut auf Therapien an als das primäre Offenwinkelglaukom und erfordert häufig eine intensivere Behandlung.
Medikamentöse Therapie
In der Regel wird die Behandlung mit drucksenkenden Augentropfen begonnen. Eingesetzte Wirkstoffklassen umfassen:
- Prostaglandinanaloga (z. B. Latanoprost, Bimatoprost): Fördern den Kammerwasserabfluss
- Betablocker (z. B. Timolol): Reduzieren die Kammerwasserproduktion
- Karboanhydrasehemmer (z. B. Dorzolamid): Vermindern die Kammerwasserproduktion
- Alpha-2-Agonisten (z. B. Brimonidin): Kombinierter Wirkmechanismus
Laserbehandlung
Die Selektive Lasertrabekuloplastik (SLT) kann den Kammerwasserabfluss im Trabekelwerk verbessern und den Augeninnendruck effektiv senken. Sie ist besonders beim Exfoliationsglaukom eine wichtige Therapieoption.
Operative Behandlung
Wenn medikamentöse und Laserbehandlungen nicht ausreichend wirksam sind, kommen chirurgische Verfahren in Betracht:
- Trabekulektomie: Anlegen eines neuen Abflussweges für das Kammerwasser
- Mikroinvasive Glaukomchirurgie (MIGS): Minimal-invasive Verfahren mit geringerem Komplikationsrisiko
Verlauf und Prognose
Das Exfoliationsglaukom zeigt häufig einen aggressiveren Verlauf als das primäre Offenwinkelglaukom. Der Augeninnendruck ist oft höher und schwankt stärker. Regelmäßige augenärztliche Kontrollen sind daher besonders wichtig, um den Therapieerfolg zu überwachen und Anpassungen vorzunehmen. Bei frühzeitiger Diagnose und konsequenter Behandlung lässt sich die Sehfähigkeit in den meisten Fällen langfristig erhalten.
Quellen
- European Glaucoma Society (EGS): Terminology and Guidelines for Glaucoma, 5th Edition, 2020. Verfügbar unter: https://www.eugs.org
- Ritch R, Schlötzer-Schrehardt U. Exfoliation syndrome. Surv Ophthalmol. 2001;45(4):265-315. PubMed PMID: 11166364.
- Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG): Leitlinie Glaukom. Verfügbar unter: https://www.dog.org
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