Empyem: Ursachen, Symptome und Behandlung
Ein Empyem ist eine Ansammlung von Eiter in einem vorgeformten Hohlraum des Körpers, häufig in der Pleurahöhle oder in Gelenken. Es entsteht meist als Komplikation einer bakteriellen Infektion.
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Ein Empyem ist eine Ansammlung von Eiter in einem vorgeformten Hohlraum des Körpers, häufig in der Pleurahöhle oder in Gelenken. Es entsteht meist als Komplikation einer bakteriellen Infektion.
Was ist ein Empyem?
Ein Empyem bezeichnet die pathologische Ansammlung von Eiter (Pus) in einem natürlich vorhandenen Körperhohlraum. Am häufigsten betroffen ist die Pleurahöhle (der Raum zwischen Lunge und Brustwand), weshalb in diesem Zusammenhang oft vom Pleuraempyem oder Empyema thoracis gesprochen wird. Weitere mögliche Lokalisationen sind Gelenke (septische Arthritis), die Gallenblase, die Nasennebenhöhlen sowie der Epiduralraum im Rückenmark.
Ursachen
Ein Empyem entsteht in der Regel als Komplikation einer vorangegangenen Infektion. Die häufigsten Ursachen sind:
- Bakterielle Pneumonie (Lungenentzündung): der häufigste Auslöser eines Pleuraempyems
- Chirurgische Eingriffe im Brust- oder Bauchraum
- Thoraxtrauma (Verletzungen des Brustkorbs)
- Lungenabszess, der in die Pleurahöhle einbricht
- Hämatogene Streuung von Bakterien über den Blutkreislauf
- Ösophagusperforation (Riss der Speiseröhre)
Häufig beteiligte Erreger sind Streptococcus pneumoniae, Staphylococcus aureus (einschließlich MRSA), gramnegative Bakterien sowie Anaerobier.
Symptome
Die Beschwerden bei einem Empyem können je nach Lokalisation und Schweregrad variieren. Typische Symptome eines Pleuraempyems umfassen:
- Fieber und Schüttelfrost
- Brustschmerzen, oft atemabhängig
- Husten, teilweise mit Auswurf
- Atemnot (Dyspnoe)
- Allgemeines Krankheitsgefühl, Erschöpfung und Gewichtsverlust
- Abgeschlagenheit und verminderter Appetit
Bei chronischem Verlauf kann sich eine sogenannte Pleuraschwiele (Fibrothorax) entwickeln, die die Lungenfunktion dauerhaft einschränkt.
Diagnose
Die Diagnose eines Empyems erfolgt durch eine Kombination klinischer und apparativer Untersuchungen:
- Bildgebung: Röntgenaufnahme des Thorax, Ultraschall der Pleura und CT (Computertomografie) zur genauen Beurteilung von Ausdehnung und Beschaffenheit des Ergusses
- Pleurapunktion (Thorakozentese): Entnahme von Flüssigkeit aus der Pleurahöhle zur biochemischen, zytologischen und mikrobiologischen Analyse. Trübe, eitrige Flüssigkeit mit niedrigem pH-Wert, niedrigem Glukosespiegel und erhöhter LDH-Konzentration ist charakteristisch.
- Laborwerte: Blutbild (erhöhte Leukozyten), CRP, Procalcitonin sowie Blutkulturen zum Erregernachweis
Behandlung
Die Therapie des Empyems zielt auf die Beseitigung des Eiters, die Bekämpfung der Infektion und die Wiederausdehnung der Lunge ab.
Antibiotische Therapie
Eine intravenöse Antibiotikagabe ist stets erforderlich und richtet sich nach dem nachgewiesenen oder vermuteten Erreger. Bei unbekanntem Erreger erfolgt zunächst eine kalkulierte Breitspektrumtherapie.
Drainage
Die wichtigste Maßnahme ist die Drainage des Eiters. Je nach Stadium kommen folgende Verfahren zum Einsatz:
- Thorakozentese: einfache Nadelpunktion bei unkomplizierten Ergüssen
- Thoraxdrainageeinlage: Einlage einer Drainage (Schlauch) zur kontinuierlichen Ableitung
- Intrapleurale Fibrinolyse: Instillation von fibrinolytischen Medikamenten (z. B. tPA und DNase) durch die Drainage, um Verwachsungen aufzulösen
- Videoassistierte Thorakoskopie (VATS): minimalinvasiver chirurgischer Eingriff zur Reinigung der Pleurahöhle bei lokuliertem (gekammertem) Empyem
- Offene Thorakotomie und Dekortikation: operativer Eingriff bei chronischem Empyem mit ausgeprägter Pleuraschwarte
Supportive Maßnahmen
Ergänzend werden Atemübungen und Physiotherapie eingesetzt, um die Lungenfunktion zu erhalten und eine vollständige Ausdehnung der Lunge zu fördern.
Prognose
Bei rechtzeitiger Diagnose und adäquater Behandlung ist die Prognose in vielen Fällen gut. Verzögerungen können jedoch zu chronischem Empyem, Fibrothorax, Sepsis oder lebensbedrohlichen Komplikationen führen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, immungeschwächte Personen sowie Patienten mit schweren Begleiterkrankungen.
Quellen
- Davies H.E., Davies R.J., Davies C.W. - Management of pleural infection in adults: British Thoracic Society Pleural Disease Guideline 2010. Thorax, 65(Suppl 2):ii41-53.
- Light R.W. - Parapneumonic effusions and empyema. Proceedings of the American Thoracic Society, 2006; 3(1):75-80.
- Robert Koch-Institut - Empfehlungen zur Therapie bakterieller Infektionen. www.rki.de (abgerufen 2024).
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