Epiduralhämatom – Ursachen, Symptome & Behandlung
Ein Epiduralhämatom ist eine Blutansammlung zwischen Schädelknochen und harter Hirnhaut. Es ist ein medizinischer Notfall, der sofortige Behandlung erfordert.
Interesse an regelmäßigen Tipps & Infos rund um Gesundheit? Regelmäßigen Tipps & Infos rund um GesundheitWissenswertes über "Epiduralhämatom"
Ein Epiduralhämatom ist eine Blutansammlung zwischen Schädelknochen und harter Hirnhaut. Es ist ein medizinischer Notfall, der sofortige Behandlung erfordert.
Was ist ein Epiduralhämatom?
Ein Epiduralhämatom (auch: epidurales Hämatom) ist eine Blutansammlung, die sich zwischen dem Schädelknochen und der Dura mater (harte Hirnhaut) bildet. Diese Blutung entsteht meist durch eine Verletzung einer Arterie oder seltener einer Vene in diesem Bereich. Der entstehende Blutdruck kann das Gehirn zusammendrücken und lebensbedrohliche Schäden verursachen. Das Epiduralhämatom gilt daher als medizinischer Notfall.
Ursachen
Die häufigste Ursache eines Epiduralhämatoms ist ein Schädeltrauma, etwa durch einen Unfall, einen Sturz oder einen Schlag auf den Kopf. Dabei reißt in den meisten Fällen die Arteria meningea media, eine wichtige Arterie, die zwischen Schädelknochen und Hirnhaut verläuft. Das austretende Blut sammelt sich schnell an und bildet ein Hämatom.
- Verkehrsunfälle
- Stürze aus großer Höhe
- Sportverletzungen (z. B. beim Radfahren oder Skifahren)
- Gewalttätige Einwirkungen auf den Kopf
- Schädelfrakturen (Knochenbrüche am Schädel)
Symptome
Ein charakteristisches Merkmal des Epiduralhämatoms ist das sogenannte freie Intervall: Der Patient verliert nach dem Trauma kurz das Bewusstsein, erwacht dann scheinbar wieder vollständig und verschlechtert sich anschließend rasch. Nicht alle Patienten zeigen dieses Muster, aber es ist ein wichtiger Hinweis für Ärzte.
- Kurzzeitiger Bewusstseinsverlust nach dem Trauma
- Scheinbare Erholung (freies Intervall)
- Plötzlich einsetzende starke Kopfschmerzen
- Übelkeit und Erbrechen
- Verwirrtheit und Bewusstseinstrübung
- Einseitig erweiterte, lichtstarre Pupille (Zeichen des steigenden Hirndrucks)
- Halbseitige Lähmungen (Hemiparese)
- Epileptische Anfälle
- Im weiteren Verlauf: Koma
Diagnose
Die Diagnose eines Epiduralhämatoms erfolgt in der Notaufnahme mit bildgebenden Verfahren. Das wichtigste Untersuchungsverfahren ist die Computertomographie (CT) des Schädels. Im CT zeigt sich das Hämatom typischerweise als linsenförmige (bikonvexe) Blutansammlung zwischen Schädelknochen und Hirnhaut. Zusätzlich können folgende Untersuchungen durchgeführt werden:
- Neurologische Untersuchung (Prüfung von Bewusstsein, Reflexen und Pupillenreaktion)
- Magnetresonanztomographie (MRT) in weniger akuten Situationen
- Röntgenaufnahme des Schädels zum Nachweis von Frakturen
Behandlung
Das Epiduralhämatom muss in den meisten Fällen sofort operativ behandelt werden. Je schneller die Behandlung erfolgt, desto besser sind die Heilungsaussichten.
Operative Behandlung
Die Standardbehandlung ist die Kraniotomie: Dabei öffnet der Neurochirurg den Schädel, entfernt das Blutgerinnsel und stillt die blutende Arterie. Durch die Entlastung des Hirndrucks können bleibende Schäden häufig verhindert oder minimiert werden.
Konservative Behandlung
Bei sehr kleinen Hämatomen ohne ausgeprägte Symptome kann in seltenen Fällen eine engmaschige Überwachung auf der Intensivstation ohne sofortige Operation erwogen werden. Dies erfordert regelmäßige CT-Kontrollen und eine sorgfältige neurologische Beobachtung.
Begleitende Maßnahmen
- Senkung des erhöhten Hirndrucks (z. B. durch Lagerung, Medikamente)
- Intensivmedizinische Überwachung
- Rehabilitation nach der Operation (Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie)
Prognose
Die Prognose des Epiduralhämatoms hängt entscheidend von der Zeit bis zur Behandlung ab. Wird das Hämatom frühzeitig erkannt und operiert, ist die Prognose in vielen Fällen gut. Verzögerungen können jedoch zu dauerhaften neurologischen Schäden oder zum Tod führen. Nach erfolgreicher Behandlung ist eine vollständige Erholung möglich, insbesondere bei jungen Patienten.
Quellen
- Greenberg, M. S. - Handbook of Neurosurgery, 9. Auflage, Thieme Medical Publishers, 2020.
- World Health Organization (WHO) - Neurotrauma Guidelines, verfügbar unter: www.who.int
- Bullock, M. R. et al. - Surgical management of traumatic parenchymal lesions. Neurosurgery, 2006; 58(3 Suppl): S25-46.
Verwandte Produkte
Für eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Für Deinen universellen Schutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Proteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsMeistgekaufte Produkte
Der universelle Immunschutz
Als eines der wertvollsten körpereigenen Immunproteine ist Lactoferrin ein natürlicher Bestandteil des ImmunsystemsFür eine gesunde Mundflora & Zahnpflege
Formulierte Lutschtabletten mit AB-Dentalac®, probiotischen Milchsäurebakterien und Lactoferrin CLN®Die neusten Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieGlaskörperblutung
Lanz-Punkt
Kammerflimmern
Die meistgelesenen Einträge
3 Beiträge in dieser Lexikon KategorieMagnesiumcarbonat
Kölner Liste
Kaloriengehalt
Verwandte Suchbegriffe: Epiduralhämatom + Epidurales Hämatom + Epiduralblutung