Epigastrische Hernie – Ursachen, Symptome & Behandlung
Eine epigastrische Hernie ist ein Eingeweidebruch in der Oberbauchregion, bei dem Gewebe durch eine Lücke in der Bauchwand austritt. Sie verursacht oft einen tastbaren Knoten und kann operativ behandelt werden.
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Eine epigastrische Hernie ist ein Eingeweidebruch in der Oberbauchregion, bei dem Gewebe durch eine Lücke in der Bauchwand austritt. Sie verursacht oft einen tastbaren Knoten und kann operativ behandelt werden.
Was ist eine epigastrische Hernie?
Eine epigastrische Hernie ist ein Eingeweidebruch, der im Epigastrium – also im Oberbauch zwischen Bauchnabel und Brustbein (Sternum) – auftritt. Dabei tritt Fettgewebe oder in selteneren Fällen auch Bauchorgane durch eine natürliche oder erworbene Schwachstelle in der Linea alba (dem mittleren Bindegewebsstreifen der Bauchwand) nach außen. Das Ergebnis ist häufig ein sichtbarer oder tastbarer Knoten im Oberbauch.
Epigastrische Hernien sind die dritthäufigste Hernienform beim Erwachsenen und treten häufiger bei Männern als bei Frauen auf. Sie können in jedem Lebensalter entstehen, sind aber vor allem bei Erwachsenen mittleren Alters anzutreffen.
Ursachen und Risikofaktoren
Die Entstehung einer epigastrischen Hernie ist auf eine Schwäche oder Lücke in der Bauchwand zurückzuführen. Mögliche Ursachen und begünstigende Faktoren sind:
- Angeborene Bindegewebsschwäche: Manche Menschen haben von Geburt an eine schwächere Linea alba.
- Erhöhter Bauchdruck: Chronischer Husten, starkes Pressen beim Stuhlgang, Heben schwerer Lasten oder intensive körperliche Belastung.
- Übergewicht: Erhöhtes Körpergewicht belastet die Bauchwand dauerhaft.
- Schwangerschaft: Die Dehnung der Bauchdecke kann zu Schwachstellen führen.
- Vorangegangene Bauchoperationen: Narbengewebe kann die Stabilität der Bauchwand verringern.
- Muskelabbau durch mangelnde Bewegung oder Alter.
Symptome
Viele epigastrische Hernien verursachen zunächst keine oder nur geringe Beschwerden. Typische Symptome können sein:
- Sichtbare oder tastbare Vorwölbung im Oberbauch, die im Liegen oft verschwindet
- Druckgefühl oder Schmerzen im Oberbauch, besonders beim Husten, Niesen oder körperlicher Anstrengung
- Übelkeit oder ein Völlegefühl nach dem Essen
- In seltenen Fällen: plötzliche, starke Schmerzen bei einer Einklemmung (Inkarzeration) des Bruchinhalts – dies ist ein medizinischer Notfall
Diagnose
Die Diagnose einer epigastrischen Hernie erfolgt in der Regel klinisch, also durch eine körperliche Untersuchung. Der Arzt ertastet dabei die Vorwölbung und prüft, ob sie reponierbar (zurückdrückbar) ist. Zur Bestätigung oder bei unklaren Befunden kommen bildgebende Verfahren zum Einsatz:
- Ultraschall (Sonografie): Schnelle, strahlungsfreie Methode zur Darstellung der Hernie
- Computertomografie (CT): Bei komplexen oder großen Hernien, um den genauen Befund zu beurteilen
- MRT (Magnetresonanztomografie): In Einzelfällen als ergänzendes Verfahren
Behandlung
Abwartende Beobachtung
Kleine, beschwerdefreie epigastrische Hernien können unter regelmäßiger ärztlicher Kontrolle beobachtet werden, ohne sofort operiert werden zu müssen. Allerdings besteht immer ein Risiko für eine Einklemmung des Bruchinhalts.
Operative Behandlung
Die einzig kausale Therapie ist die chirurgische Versorgung der Hernie. Es gibt zwei Hauptverfahren:
- Offene Operation: Über einen kleinen Schnitt im Oberbauch wird der Bruchsack zurückverlagert und die Lücke in der Bauchwand verschlossen – entweder durch direkte Naht oder mit einem Kunststoffnetz (Mesh) zur Verstärkung.
- Laparoskopische (minimalinvasive) Operation: Mithilfe kleiner Schnitte und einer Kamera wird die Hernie von innen versorgt. Diese Methode ermöglicht in der Regel eine schnellere Erholung und weniger Schmerzen nach dem Eingriff.
Die Wahl des Verfahrens hängt von der Größe der Hernie, dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten und der Erfahrung des Chirurgen ab. Nach der Operation empfiehlt sich eine schrittweise Rückkehr zu normaler körperlicher Aktivität.
Komplikationen
Ohne Behandlung kann sich eine epigastrische Hernie vergrößern und zu Komplikationen führen:
- Inkarzeration: Einklemmung des Bruchinhalts mit Unterbrechung der Blutversorgung – medizinischer Notfall, der sofortige Operation erfordert
- Strangulation: Absterben von eingeklemmtem Gewebe durch Blutmangel
- Chronische Schmerzen und zunehmende Einschränkung der Lebensqualität
Quellen
- Muysoms, F.E. et al. - Classification of primary and incisional abdominal wall hernias. Hernia, 13(4):407-414, 2009. DOI: 10.1007/s10029-009-0518-x
- Townsend, C.M. et al. - Sabiston Textbook of Surgery, 21. Auflage. Elsevier, 2022.
- Leitlinienprogramm der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV): Leitlinie zur Behandlung von Bauchwandhernien, 2023. Verfügbar unter: www.awmf.org
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