Evidenzbasierte Medizin – Definition und Bedeutung
Evidenzbasierte Medizin (EbM) bezeichnet einen Ansatz, bei dem medizinische Entscheidungen auf der besten verfügbaren wissenschaftlichen Evidenz basieren.
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Evidenzbasierte Medizin (EbM) bezeichnet einen Ansatz, bei dem medizinische Entscheidungen auf der besten verfügbaren wissenschaftlichen Evidenz basieren.
Was ist Evidenzbasierte Medizin?
Evidenzbasierte Medizin (EbM) ist ein Konzept der modernen Gesundheitsversorgung, bei dem klinische Entscheidungen auf der Grundlage der bestmöglichen wissenschaftlichen Erkenntnisse, der klinischen Expertise des Arztes sowie der individuellen Werte und Bedürfnisse des Patienten getroffen werden. Der Begriff wurde in den 1990er Jahren maßgeblich durch den kanadischen Epidemiologen David Sackett geprägt.
Das Ziel der EbM ist es, diagnostische und therapeutische Maßnahmen nicht allein auf Erfahrung oder Tradition zu stützen, sondern systematisch geprüfte und belastbare wissenschaftliche Erkenntnisse in die Patientenversorgung einfließen zu lassen.
Die drei Säulen der Evidenzbasierten Medizin
Die EbM basiert auf drei gleichwertigen Grundpfeilern, die gemeinsam die Basis für fundierte medizinische Entscheidungen bilden:
- Beste verfügbare externe Evidenz: Ergebnisse aus aktuellen, methodisch hochwertigen wissenschaftlichen Studien, insbesondere aus randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) und systematischen Übersichtsarbeiten.
- Klinische Expertise: Die individuelle Erfahrung und das Fachwissen des behandelnden Arztes oder der behandelnden Ärztin.
- Patientenpräferenzen: Die Werte, Wünsche und Lebensumstände des einzelnen Patienten werden aktiv in den Entscheidungsprozess einbezogen.
Hierarchie der wissenschaftlichen Evidenz
Nicht alle wissenschaftlichen Studien sind gleich zuverlässig. In der EbM werden Studien nach ihrer methodischen Qualität in einer sogenannten Evidenzhierarchie eingestuft:
- Stufe 1 (höchste Evidenz): Systematische Reviews und Meta-Analysen randomisierter kontrollierter Studien
- Stufe 2: Einzelne randomisierte kontrollierte Studien (RCTs)
- Stufe 3: Nicht-randomisierte kontrollierte Studien und Kohortenstudien
- Stufe 4: Fall-Kontroll-Studien und Fallserien
- Stufe 5 (niedrigste Evidenz): Expertenmeinungen und Konsensuserklärungen
Prozess der Evidenzbasierten Medizin
Die praktische Umsetzung der EbM erfolgt typischerweise in fünf Schritten:
- 1. Fragestellung formulieren: Die klinische Frage wird präzise strukturiert, häufig nach dem PICO-Schema (Patient, Intervention, Comparison, Outcome).
- 2. Evidenz suchen: Systematische Recherche in medizinischen Datenbanken wie PubMed, Cochrane Library oder AWMF-Leitlinien.
- 3. Evidenz bewerten: Kritische Beurteilung der gefundenen Studien hinsichtlich Qualität, Validität und Relevanz.
- 4. Evidenz anwenden: Integration der Erkenntnisse in die klinische Entscheidung unter Berücksichtigung der Patientenpräferenzen.
- 5. Ergebnis evaluieren: Überprüfung und Reflexion der getroffenen Entscheidung und ihrer Auswirkungen.
Bedeutung und Anwendung im klinischen Alltag
Evidenzbasierte Medizin bildet heute die Grundlage für die Entwicklung von klinischen Leitlinien, wie sie etwa von der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (DEGAM) oder der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) herausgegeben werden. Diese Leitlinien helfen Ärzten dabei, diagnostische und therapeutische Maßnahmen standardisiert und qualitätsgesichert durchzuführen.
Auch in der Arzneimittelzulassung, der Erstellung von Behandlungsstandards sowie in der Gesundheitspolitik spielt die EbM eine zentrale Rolle.
Grenzen und Kritik
Trotz ihrer Bedeutung wird die EbM auch kritisch diskutiert. Zu den häufig genannten Einschränkungen gehören:
- Nicht für alle klinischen Fragestellungen existieren hochwertige Studien.
- Studienergebnisse sind nicht immer direkt auf individuelle Patienten übertragbar.
- Der Einfluss von Interessenkonflikten in der Forschung kann die Qualität der Evidenz beeinträchtigen.
- Der hohe Zeitaufwand für die Evidenzrecherche im klinischen Alltag kann eine Herausforderung darstellen.
Dennoch bleibt die EbM ein unverzichtbares Fundament moderner, qualitätsorientierter Medizin.
Quellen
- Sackett DL, Rosenberg WMC, Gray JAM, Haynes RB, Richardson WS. Evidence based medicine: what it is and what it isn't. BMJ. 1996;312(7023):71-72.
- Cochrane AL. Effectiveness and Efficiency: Random Reflections on Health Services. London: Nuffield Provincial Hospitals Trust; 1972.
- Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Leitlinien der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften. Verfügbar unter: https://www.awmf.org
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