Einschlafhormon Melatonin – Wirkung und Anwendung
Das Einschlafhormon, bekannt als Melatonin, steuert den Schlaf-Wach-Rhythmus des Körpers. Es wird bei Dunkelheit ausgeschüttet und signalisiert dem Körper, dass es Zeit zum Schlafen ist.
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Das Einschlafhormon, bekannt als Melatonin, steuert den Schlaf-Wach-Rhythmus des Körpers. Es wird bei Dunkelheit ausgeschüttet und signalisiert dem Körper, dass es Zeit zum Schlafen ist.
Was ist das Einschlafhormon?
Das sogenannte Einschlafhormon ist ein umgangssprachlicher Begriff für Melatonin, ein körpereigenes Hormon, das maßgeblich den Schlaf-Wach-Rhythmus (auch zirkadianer Rhythmus genannt) reguliert. Melatonin wird in der Zirbeldrüse (Epiphyse) im Gehirn produziert und bei Dunkelheit ins Blut abgegeben. Es signalisiert dem Körper, dass Nacht ist und bereitet ihn auf den Schlaf vor.
Wirkmechanismus
Die Produktion von Melatonin wird durch Licht gesteuert. Trifft Licht – insbesondere blaues Licht – auf die Netzhaut des Auges, wird die Melatoninausschüttung gehemmt. Bei Dunkelheit hingegen steigt der Melatoninspiegel im Blut deutlich an, in der Regel ab etwa 21 bis 22 Uhr, mit einem Höchstwert zwischen 2 und 4 Uhr morgens. Dieser Anstieg senkt die Körpertemperatur, verlangsamt den Stoffwechsel und bereitet den Organismus auf erholsamen Schlaf vor.
Biologische Funktionen
- Regulierung des Schlaf-Wach-Rhythmus: Melatonin ist das zentrale Signal für den Beginn der Schlafphase.
- Antioxidative Wirkung: Melatonin wirkt als freies Radikalfänger und schützt Zellen vor oxidativem Stress.
- Immunmodulation: Es unterstützt das Immunsystem und beeinflusst Entzündungsprozesse.
- Temperaturregulation: Melatonin trägt zur Absenkung der Körperkerntemperatur in der Nacht bei.
Faktoren, die die Melatoninproduktion beeinflussen
Verschiedene Faktoren können die natürliche Ausschüttung des Einschlafhormons stören oder fördern:
- Künstliches Licht und Bildschirme: Blaues Licht von Smartphones, Tablets und Computerbildschirmen hemmt die Melatoninproduktion erheblich.
- Schichtarbeit und Jetlag: Unregelmäßige Schlafzeiten verschieben den zirkadianen Rhythmus und stören die Melatoninausschüttung.
- Alter: Mit zunehmendem Alter nimmt die Melatoninproduktion ab, was häufig zu Einschlafproblemen bei älteren Menschen führt.
- Stress: Chronischer Stress erhöht den Cortisolspiegel, der die Melatoninausschüttung unterdrücken kann.
- Ernährung: Bestimmte Lebensmittel wie Kirschen, Hafer und Walnüsse enthalten geringe Mengen an Melatonin oder dessen Vorstufe Tryptophan.
Melatonin als Nahrungsergänzungsmittel und Medikament
Melatonin ist in Deutschland als Arzneimittel (z. B. Circadin® mit 2 mg) für Erwachsene ab 55 Jahren bei primärer Insomnie zugelassen und rezeptpflichtig. In verschiedenen anderen Ländern ist es als Nahrungsergänzungsmittel frei erhältlich. Es wird eingesetzt bei:
- Jetlag: Zur schnelleren Anpassung an neue Zeitzonen.
- Schlafstörungen: Insbesondere bei älteren Personen oder bei verzögerter Schlafphase (DSPD).
- Schichtarbeit: Zur Unterstützung des Schlafes nach Nachtschichten.
Dosierung und Einnahme
Die üblichen Dosierungen liegen zwischen 0,5 mg und 5 mg, eingenommen etwa 30 bis 60 Minuten vor dem Schlafengehen. Höhere Dosen sind nicht zwingend wirksamer und können zu Nebenwirkungen führen. Eine Einnahme sollte stets nach ärztlichem Rat erfolgen.
Mögliche Nebenwirkungen
- Tagesmüdigkeit und Schläfrigkeit
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Übelkeit
- Stimmungsveränderungen
Wann zum Arzt?
Anhaltende Schlafprobleme sollten ärztlich abgeklärt werden. Ein dauerhafter Einsatz von Melatonin ohne ärztliche Begleitung ist nicht empfohlen. Mögliche Ursachen wie Schlafapnoe, Depressionen oder andere Erkrankungen sollten ausgeschlossen werden.
Quellen
- Zisapel N. - New perspectives on the role of melatonin in human sleep, circadian rhythms and their regulation. British Journal of Pharmacology, 175(16), 3190-3199 (2018). DOI: 10.1111/bph.14116
- European Medicines Agency (EMA) - Circadin (melatonin) - Summary of Product Characteristics. EMA, 2007 (aktualisiert 2021). Verfügbar unter: https://www.ema.europa.eu
- Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) - S3-Leitlinie Nicht erholsamer Schlaf/Schlafstörungen. AWMF, 2017. Verfügbar unter: https://www.awmf.org
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