Elektrophysiologie – Herzrhythmusstörungen verstehen
Elektrophysiologie ist die Lehre elektrischer Vorgänge in Zellen und Geweben. In der Medizin untersucht sie Herzrhythmusstörungen und ermöglicht gezielte Behandlungen.
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Elektrophysiologie ist die Lehre elektrischer Vorgänge in Zellen und Geweben. In der Medizin untersucht sie Herzrhythmusstörungen und ermöglicht gezielte Behandlungen.
Was ist Elektrophysiologie?
Die Elektrophysiologie ist ein Fachgebiet der Medizin und Biologie, das sich mit den elektrischen Eigenschaften und Vorgängen in lebenden Zellen und Geweben befasst. Im klinischen Alltag bezeichnet der Begriff vor allem die kardiale Elektrophysiologie, also die Untersuchung und Behandlung elektrischer Aktivitäten des Herzens. Herzmuskelzellen erzeugen und leiten elektrische Impulse, die den Herzschlag koordinieren. Störungen dieses Systems können zu Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien) führen.
Grundlagen der Herzeletrophysiologie
Das Herz besitzt ein spezialisiertes Erregungsleitungssystem, das elektrische Impulse vom Sinusknoten (dem natürlichen Schrittmacher) über den AV-Knoten und das His-Purkinje-System bis zu den Herzmuskelzellen weiterleitet. Jede Zelle besitzt ein sogenanntes Aktionspotenzial – eine kurze Änderung des elektrischen Spannungszustands, die die Kontraktion des Herzmuskels auslöst. Störungen in diesem Ablauf können Herzrasen, Herzstolpern oder lebensbedrohliche Rhythmusstörungen verursachen.
Elektrophysiologische Untersuchung (EPU)
Die elektrophysiologische Untersuchung (EPU) ist ein diagnostischer Eingriff, bei dem die elektrische Aktivität des Herzens von innen gemessen wird. Dabei werden dünne Katheter über Blutgefäße – meist in der Leiste – bis ins Herz vorgeführt. Die Katheter erfassen elektrische Signale und können gezielte Impulse abgeben, um Rhythmusstörungen auszulösen und zu analysieren.
Ablauf der Untersuchung
- Örtliche Betäubung und leichte Sedierung des Patienten
- Einführen von Messkathetern über die Leistenvene
- Ableitung elektrischer Signale aus verschiedenen Herzabschnitten
- Gezielte Stimulation zur Auslösung und Analyse von Rhythmusstörungen
- Dokumentation und Auswertung der Befunde
Indikationen
Eine elektrophysiologische Untersuchung wird empfohlen bei:
- Vorhofflimmern – der häufigsten anhaltenden Herzrhythmusstörung
- Supraventrikulären Tachykardien – schnelle Herzschläge, die oberhalb der Herzkammern entstehen
- Ventrikulären Tachykardien – schnelle, aus den Herzkammern stammende Rhythmusstörungen
- Wolff-Parkinson-White-Syndrom (WPW) – eine angeborene zusätzliche Leitungsbahn im Herzen
- Ungeklärten Ohnmachtsanfällen (Synkopen)
- Risikostratifizierung bei Herzerkrankungen
Katheterablation
Wird während der EPU die Ursache einer Rhythmusstörung lokalisiert, kann im selben Eingriff eine Katheterablation durchgeführt werden. Dabei wird das fehlerhaft leitende Herzgewebe durch Hochfrequenzstrom (Radiofrequenzablation) oder Kälte (Kryoablation) gezielt verödet. Das Ziel ist die dauerhafte Unterbrechung der krankhaften Erregungswege und damit eine Heilung oder deutliche Verbesserung der Rhythmusstörung.
Risiken und Nebenwirkungen
Die elektrophysiologische Untersuchung gilt als sicheres Verfahren. Wie bei jedem invasiven Eingriff bestehen jedoch geringe Risiken:
- Blutungen oder Hämatome an der Einstichstelle
- Gefäßverletzungen
- Seltene Herzrhythmusstörungen während der Untersuchung
- Sehr selten: Perikarderguss (Flüssigkeit um das Herz) oder Schlaganfall
Ergebnisse und Bedeutung
Die Elektrophysiologie ist ein zentrales Werkzeug der modernen Kardiologie. Sie ermöglicht nicht nur die präzise Diagnose komplexer Herzrhythmusstörungen, sondern bietet in Kombination mit der Katheterablation auch kurative Behandlungsmöglichkeiten. Für viele Patienten bedeutet eine erfolgreiche Ablation eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität und eine Reduktion des Schlaganfallrisikos.
Quellen
- Brugada J et al. - 2019 ESC Guidelines for the management of patients with supraventricular tachycardia. European Heart Journal, 2020; 41(5): 655-720.
- Hindricks G et al. - 2020 ESC Guidelines for the diagnosis and management of atrial fibrillation. European Heart Journal, 2021; 42(5): 373-498.
- Zipes DP, Jalife J - Cardiac Electrophysiology: From Cell to Bedside. 7. Auflage. Elsevier, 2018.
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