Enukleation – Augapfelentfernung erklärt
Die Enukleation ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem ein Augapfel vollständig entfernt wird. Sie wird bei schweren Augenverletzungen, Tumoren oder unheilbaren Erkrankungen eingesetzt.
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Die Enukleation ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem ein Augapfel vollständig entfernt wird. Sie wird bei schweren Augenverletzungen, Tumoren oder unheilbaren Erkrankungen eingesetzt.
Was ist eine Enukleation?
Die Enukleation (lateinisch: Enucleatio bulbi) bezeichnet die vollständige operative Entfernung des Augapfels (Bulbus oculi) aus der Augenhöhle (Orbita). Die Augenmuskeln, das Fettgewebe und die Bindehaut (Konjunktiva) verbleiben dabei im Auge und werden für die spätere Versorgung mit einer Augenprothese genutzt. Die Enukleation gilt als ein bedeutsamer ophthalmologischer Eingriff und wird nur durchgeführt, wenn keine andere Behandlungsmöglichkeit mehr besteht.
Ursachen und Indikationen
Eine Enukleation wird in der Regel aus medizinischen Notwendigkeiten durchgeführt. Die häufigsten Gründe sind:
- Maligne Tumoren: Bösartige Augentumore wie das Uvea-Melanom (Aderhautmelanom) oder das Retinoblastom (ein bösartiger Netzhautkrebs, vor allem bei Kindern) können eine Enukleation erforderlich machen, wenn andere Therapien nicht mehr wirksam sind.
- Schwere Augenverletzungen: Nicht rekonstruierbare traumatische Augenverletzungen, etwa durch Unfälle, machen manchmal eine Entfernung des Augapfels notwendig.
- Sympathische Ophthalmie: Eine seltene Autoimmunerkrankung, bei der ein verletztes Auge das zweite, gesunde Auge angreift. Um das gesunde Auge zu schützen, kann das verletzte Auge entfernt werden.
- Blindes, schmerzhafte Auge: Ein dauerhaft blindes Auge, das starke chronische Schmerzen verursacht (z. B. durch ein nicht behandelbares Glaukom oder eine schwere Entzündung), kann enukleiert werden, um Schmerzfreiheit zu erreichen.
- Kosmetische Gründe: In seltenen Fällen kann bei einem entstellten, blinden Auge eine Enukleation zur Verbesserung des äußeren Erscheinungsbildes durchgeführt werden.
Diagnose und präoperative Untersuchung
Vor einer Enukleation werden umfassende diagnostische Untersuchungen durchgeführt, um die Indikation zu bestätigen und die Operation zu planen:
- Augenärztliche Untersuchung: Spaltlampenuntersuchung, Fundoskopie (Augenhintergrunduntersuchung) und Sehtest zur Beurteilung des betroffenen Auges.
- Bildgebende Verfahren: Ultraschall (Sonografie), Magnetresonanztomografie (MRT) oder Computertomografie (CT) zur genauen Beurteilung von Tumorgröße, -lage und möglicher Ausbreitung.
- Biopsie: Bei Tumorverdacht kann eine Gewebeprobe entnommen werden, um die Diagnose histologisch zu sichern.
- Allgemeinmedizinische Voruntersuchung: Blutbild, EKG und Narkosevorgespräch zur Vorbereitung auf die Operation in Vollnarkose.
Behandlung und operatives Vorgehen
Die Enukleation wird in der Regel unter Vollnarkose durchgeführt. Der Operationsablauf umfasst folgende Schritte:
- Durchtrennung der Augenmuskeln und des Sehnervs (Nervus opticus) sowie der Blutgefäße.
- Entfernung des gesamten Augapfels aus der Augenhöhle.
- Einsetzen eines Orbitaimplantats (meist aus porösem Polyethylen oder Hydroxylapatit), das das Volumen der Augenhöhle auffüllt und die Beweglichkeit der späteren Prothese unterstützt.
- Anheftung der Augenmuskeln am Implantat, damit die Augenprothese natürliche Bewegungen ausführen kann.
- Vernähen der Bindehaut über dem Implantat.
Nach der Abheilung, in der Regel nach 4 bis 6 Wochen, wird eine individuelle Augenprothese (Okularprothese) aus Glas oder Acryl angepasst, die ein möglichst natürliches Aussehen ermöglicht.
Nachsorge und Rehabilitation
Die Nachsorge nach einer Enukleation umfasst:
- Regelmäßige augenärztliche Kontrollen zur Überprüfung der Wundheilung und der Prothese.
- Reinigung und Pflege der Augenprothese nach ärztlicher Anleitung.
- Psychologische Betreuung, da der Verlust eines Auges eine erhebliche emotionale Belastung darstellen kann.
- Bei Tumorerkrankungen: onkologische Nachsorgeuntersuchungen zur Früherkennung eines Rückfalls oder von Metastasen.
Quellen
- Augustin, A. J. (Hrsg.): Augenheilkunde. 3. Auflage, Springer Medizin Verlag, Berlin/Heidelberg, 2007.
- Shields, J. A. & Shields, C. L.: Eyelid, Conjunctival, and Orbital Tumors. 3rd Edition, Wolters Kluwer Health, Philadelphia, 2016.
- Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG): Leitlinien zur Behandlung okulärer Tumoren. Verfügbar unter: https://www.dog.org (zuletzt aufgerufen 2024).
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