Ernährungstherapie – Definition, Ziele & Anwendung
Die Ernährungstherapie ist eine gezielte, medizinisch begleitete Maßnahme, bei der Ernährung zur Behandlung oder Vorbeugung von Krankheiten eingesetzt wird.
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Die Ernährungstherapie ist eine gezielte, medizinisch begleitete Maßnahme, bei der Ernährung zur Behandlung oder Vorbeugung von Krankheiten eingesetzt wird.
Was ist Ernährungstherapie?
Die Ernährungstherapie ist ein medizinisch fundierter Ansatz, bei dem die Ernährung gezielt zur Behandlung, Linderung oder Prävention von Erkrankungen eingesetzt wird. Sie ist ein anerkannter Bestandteil der modernen Medizin und wird von qualifizierten Ernährungsfachkräften, Diätassistenten oder Ernährungsmedizinern geplant und begleitet. Im Mittelpunkt steht die individuelle Anpassung der Nahrungszufuhr an den Gesundheitszustand, die Bedürfnisse und die Lebensumstände des Patienten.
Ziele der Ernährungstherapie
Die Ziele der Ernährungstherapie sind vielfältig und richten sich stets nach dem jeweiligen Krankheitsbild und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten:
- Behandlung ernährungsbedingter Erkrankungen (z. B. Mangelernährung, Adipositas)
- Unterstützung der medikamentösen oder chirurgischen Therapie
- Verbesserung von Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus oder Fettstoffwechselstörungen
- Linderung von Symptomen bei chronischen Erkrankungen (z. B. chronisch-entzündliche Darmerkrankungen)
- Prävention von Folgeerkrankungen bei bestehenden Grunderkrankungen
- Verbesserung der Lebensqualität und des allgemeinen Wohlbefindens
Anwendungsgebiete
Die Ernährungstherapie wird bei einer Vielzahl von Erkrankungen und Zustandsbildern eingesetzt. Zu den häufigsten Anwendungsgebieten gehören:
Stoffwechselerkrankungen
Bei Diabetes mellitus Typ 2, Fettstoffwechselstörungen oder Gicht kann eine gezielte Ernährungsumstellung den Krankheitsverlauf erheblich positiv beeinflussen. Eine kohlenhydratbewusste oder fettarme Ernährung hilft dabei, den Blutzucker- und Blutfettspiegel zu regulieren.
Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts
Bei Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, dem Reizdarmsyndrom oder einer Zöliakie ist die Ernährungstherapie ein unverzichtbarer Bestandteil der Behandlung. Spezifische Diätformen wie die glutenfreie Ernährung oder die Low-FODMAP-Diät können Symptome deutlich reduzieren.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Eine herzgesunde Ernährung, die arm an gesättigten Fettsäuren und reich an Ballaststoffen, Omega-3-Fettsäuren und pflanzlichen Lebensmitteln ist, kann das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall senken und bestehende Erkrankungen günstig beeinflussen.
Onkologie
Im Rahmen einer Krebserkrankung kann die Ernährungstherapie einer Mangelernährung entgegenwirken, die Verträglichkeit von Chemotherapie oder Bestrahlung verbessern und die Regeneration nach Operationen unterstützen.
Nierenerkrankungen
Bei einer chronischen Niereninsuffizienz muss die Zufuhr von Proteinen, Kalium, Phosphor und Natrium sorgfältig angepasst werden, um die Nierenfunktion zu schonen und Komplikationen zu vermeiden.
Untergewicht und Mangelernährung
Bei Untergewicht, Anorexia nervosa oder krankheitsbedingter Mangelernährung (z. B. bei Tumorerkrankungen oder nach Operationen) zielt die Ernährungstherapie auf eine schrittweise, sichere Gewichtszunahme und Nährstoffversorgung ab.
Methoden und Formen der Ernährungstherapie
Je nach Erkrankung und Schweregrad werden unterschiedliche Methoden eingesetzt:
- Orale Ernährungstherapie: Anpassung der normalen Kost, ergänzt durch diätetische Lebensmittel oder Trinknahrung
- Enterale Ernährung: Zufuhr von Nährstoffen über eine Sonde direkt in den Magen-Darm-Trakt (z. B. Magensonde)
- Parenterale Ernährung: Intravenöse Zufuhr von Nährstoffen, wenn der Magen-Darm-Trakt nicht genutzt werden kann
- Ernährungsberatung: Individuelle Schulung und Begleitung des Patienten im Umgang mit der angepassten Ernährung
Ablauf einer Ernährungstherapie
Eine professionelle Ernährungstherapie beginnt stets mit einer umfassenden Ernährungsanamnese, bei der die bisherigen Ernährungsgewohnheiten, der Gesundheitszustand, Laborwerte und persönliche Vorlieben des Patienten erfasst werden. Darauf aufbauend wird ein individueller Ernährungsplan erstellt, der regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst wird. Ziel ist es, die neuen Ernährungsgewohnheiten dauerhaft in den Alltag des Patienten zu integrieren.
Wer führt Ernährungstherapie durch?
Ernährungstherapie wird von spezialisierten Fachkräften durchgeführt, darunter:
- Diätassistenten (staatlich anerkannter Ausbildungsberuf in Deutschland)
- Ernährungsberater mit anerkannter Qualifikation (z. B. zertifiziert durch den Verband der Diätassistenten oder die Deutsche Gesellschaft für Ernährung)
- Ernährungsmediziner (Ärzte mit Zusatzqualifikation in Ernährungsmedizin)
- Ökotrophologinnen und Ökotrophologen mit therapeutischer Weiterbildung
Erstattung und Verordnung
In Deutschland kann Ernährungstherapie unter bestimmten Voraussetzungen von Ärzten verordnet und von gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden. Dies gilt insbesondere für Diabetes mellitus, Mukoviszidose, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen und weitere chronische Erkrankungen. Die genauen Bedingungen variieren je nach Krankenkasse. Es empfiehlt sich, vorab Rücksprache mit dem behandelnden Arzt und der Krankenkasse zu halten.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Leitlinie Ernährungstherapie, www.dge.de
- Biesalski, H. K. et al.: Ernährungsmedizin. 5. Auflage, Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2017.
- Valentini, L. et al.: DGEM-Leitlinie Klinische Ernährung. Aktuelle Ernährungsmedizin, 2013.
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