Escitalopram – Wirkung, Dosierung & Nebenwirkungen
Escitalopram ist ein Antidepressivum aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), das bei Depressionen und Angststörungen eingesetzt wird.
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Escitalopram ist ein Antidepressivum aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), das bei Depressionen und Angststörungen eingesetzt wird.
Was ist Escitalopram?
Escitalopram ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI). Es gehört zu den am häufigsten verordneten Antidepressiva weltweit und wird zur Behandlung von Depressionen sowie verschiedenen Angststörungen eingesetzt. Escitalopram ist das pharmakologisch aktive Enantiomer von Citalopram und gilt als besonders gut verträglich.
Indikationen
Escitalopram ist zugelassen für die Behandlung folgender Erkrankungen:
- Majore depressive Störung (MDD) – auch als klinische Depression bekannt
- Generalisierte Angststörung (GAD)
- Soziale Angststörung (soziale Phobie)
- Panikstörung – mit oder ohne Agoraphobie
- Zwangsstörung (OCD)
Wirkmechanismus
Escitalopram hemmt selektiv den Serotonin-Transporter (SERT) im Gehirn. Dieser Transporter ist dafür verantwortlich, Serotonin aus dem synaptischen Spalt zurück in die präsynaptische Nervenzelle aufzunehmen. Durch die Hemmung dieses Transporters bleibt mehr Serotonin im synaptischen Spalt verfügbar, was die serotonerge Signalübertragung verstärkt. Serotonin ist ein Neurotransmitter, der maßgeblich an der Regulierung von Stimmung, Angst, Schlaf und emotionalem Wohlbefinden beteiligt ist.
Im Vergleich zu anderen SSRIs zeigt Escitalopram eine sehr hohe Selektivität und Affinität zum Serotonin-Transporter und wirkt kaum auf andere Rezeptoren (z. B. Histamin-, Muskarinrezeptoren). Dies erklärt sein günstiges Nebenwirkungsprofil.
Dosierung
Die Dosierung von Escitalopram richtet sich nach der Indikation, dem Alter des Patienten und der individuellen Verträglichkeit. Allgemeine Richtwerte:
- Erwachsene: Startdosis in der Regel 10 mg einmal täglich; je nach Ansprechen kann auf maximal 20 mg täglich erhöht werden
- Ältere Patienten (über 65 Jahre): Empfohlene Maximaldosis meist 10 mg täglich
- Jugendliche (ab 12 Jahren): In einigen Ländern zugelassen bei Zwangsstörungen, Startdosis 10 mg
- Escitalopram wird in der Regel einmal täglich, unabhängig von den Mahlzeiten, eingenommen
Die volle therapeutische Wirkung tritt häufig erst nach 2 bis 4 Wochen ein. Das Absetzen sollte stets schrittweise und unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, um Absetzsymptome zu vermeiden.
Nebenwirkungen
Escitalopram wird im Allgemeinen gut vertragen. Mögliche Nebenwirkungen umfassen:
Häufige Nebenwirkungen
- Übelkeit, Durchfall oder Verstopfung
- Kopfschmerzen
- Schlafstörungen (Insomnie oder Schläfrigkeit)
- Mundtrockenheit
- Schwitzen
- Sexuelle Funktionsstörungen (z. B. vermindertes Verlangen, verzögerter Orgasmus)
Seltene, aber wichtige Nebenwirkungen
- Serotonin-Syndrom: Eine potenziell lebensbedrohliche Reaktion bei Überdosierung oder Kombination mit anderen serotonergen Substanzen (Symptome: Verwirrtheit, Zittern, Fieber, Muskelsteifheit)
- QT-Zeit-Verlängerung: Veränderung der Herzaktivität, besonders bei höheren Dosen – Vorsicht bei vorbestehenden Herzerkrankungen
- Hyponatriämie: Niedriger Natriumspiegel im Blut, insbesondere bei älteren Patienten
- Erhöhtes Blutungsrisiko (z. B. bei gleichzeitiger Einnahme von Blutverdünnern)
Wechselwirkungen
Escitalopram kann mit verschiedenen Arzneimitteln interagieren. Wichtige Wechselwirkungen sind:
- MAO-Hemmer (z. B. Phenelzin, Tranylcypromin): Kombination ist kontraindiziert – hohes Risiko für ein Serotonin-Syndrom
- Andere serotonerge Substanzen (z. B. Tramadol, Triptane, Johanniskraut): erhöhtes Serotonin-Syndrom-Risiko
- QT-verlängernde Medikamente (z. B. bestimmte Antibiotika, Antiarrhythmika): additives Risiko für Herzrhythmusstörungen
- Blutverdünner (z. B. Warfarin, ASS): erhöhtes Blutungsrisiko
Hinweise zur Anwendung
Escitalopram darf nicht abrupt abgesetzt werden. Ein schrittweises Ausschleichen unter ärztlicher Begleitung ist erforderlich, um Absetzsymptome wie Schwindel, Reizbarkeit, Kribbeln oder grippeähnliche Beschwerden zu vermeiden. In den ersten Wochen der Behandlung kann es zu einer vorübergehenden Zunahme von Angstsymptomen kommen. Patienten unter 25 Jahren sollten zu Beginn der Therapie engmaschig auf suizidale Gedanken überwacht werden.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) – S3-Leitlinie Unipolare Depression (2022)
- European Medicines Agency (EMA) – Produktinformation Escitalopram (2023). Verfügbar unter: www.ema.europa.eu
- Cipriani A et al. – Comparative efficacy and acceptability of 21 antidepressant drugs for the acute treatment of adults with major depressive disorder. The Lancet, 2018; 391(10128): 1357–1366
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