Erysipel (Wundrose): Ursachen, Symptome und Therapie
Das Erysipel (Wundrose) ist eine akute bakterielle Hautinfektion, die meist durch Streptokokken verursacht wird und sich durch eine schmerzhafte, scharf begrenzte Hautrötung auszeichnet.
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Das Erysipel (Wundrose) ist eine akute bakterielle Hautinfektion, die meist durch Streptokokken verursacht wird und sich durch eine schmerzhafte, scharf begrenzte Hautrötung auszeichnet.
Was ist ein Erysipel?
Das Erysipel, im Volksmund auch als Wundrose bekannt, ist eine akute Infektion der oberen Hautschichten sowie der oberflächlichen Lymphgefäße. Es handelt sich um eine der häufigsten bakteriellen Hauterkrankungen, die in jedem Lebensalter auftreten kann, bevorzugt jedoch ältere Menschen, Diabetiker und Personen mit geschwächtem Immunsystem betrifft. Die Erkrankung ist zwar schmerzhaft, aber bei rechtzeitiger Behandlung in der Regel gut beherrschbar.
Ursachen
Das Erysipel wird in der überwiegenden Mehrheit der Fälle durch Beta-hämolysierende Streptokokken der Gruppe A (Streptococcus pyogenes) verursacht. Seltener sind Staphylokokken oder andere Bakterien verantwortlich. Die Erreger dringen über kleine Hautverletzungen, Rhagaden, Pilzinfektionen (z. B. Fußpilz), chronische Wunden oder Hautentzündungen in das Gewebe ein.
Begünstigende Faktoren sind:
- Chronische Lymphödeme oder venöse Insuffizienz
- Diabetes mellitus
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch Medikamente oder Erkrankungen)
- Adipositas
- Hautpflege-Defizite oder Hautbarrierestörungen
- Frühere Erysipel-Episoden (Rezidivrisiko erhöht)
Symptome
Das Erysipel beginnt typischerweise abrupt und kann innerhalb weniger Stunden ausgeprägte Beschwerden verursachen. Charakteristisch ist die scharf begrenzte, flammenartig ausbreitende Hautrötung (Erythem), die sich warm, geschwollen und druckschmerzhaft anfühlt.
Typische Symptome im Überblick:
- Plötzlich auftretende, leuchtend rote, glänzende Hautrötung mit scharf gezackten Rändern
- Lokale Schwellung und Überwärmung der betroffenen Hautstelle
- Starke Schmerzhaftigkeit
- Allgemeinsymptome wie Fieber (oft über 39 °C), Schüttelfrost, Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen
- Geschwollene Lymphknoten in der Nähe der Infektionsstelle
- In schweren Fällen: Blasenbildung (bullöses Erysipel), Einblutungen in die Haut oder Gewebsuntergang
Am häufigsten betroffen sind die Unterschenkel und das Gesicht (hier insbesondere im Wangenbereich mit Übergang über den Nasenrücken – sogenannte Schmetterlingsform).
Diagnose
Die Diagnose des Erysipels erfolgt in den meisten Fällen klinisch, also anhand der charakteristischen Hautveränderungen und der Begleitsymptome. Weitere diagnostische Maßnahmen können ergänzend eingesetzt werden:
- Blutuntersuchung: Erhöhte Entzündungswerte (CRP, Leukozyten, BSG) bestätigen die Infektion.
- Blutkultur: Bei schweren oder komplizierten Verläufen zum Erregernachweis.
- Abstrich: Von vorhandenen Wunden oder Eintrittspforten zur Erregeridentifikation.
- Sonographie: Zum Ausschluss einer tieferen Gewebsinfektion (Phlegmone, Fasziitis).
Wichtig ist die Abgrenzung von anderen Erkrankungen wie tiefer Beinvenenthrombose, Phlegmone, Kontaktdermatitis oder dem nekrotisierenden Fasziitis, da letztere ein medizinischer Notfall ist.
Behandlung
Antibiotische Therapie
Die Behandlung des Erysipels erfolgt primär mit Antibiotika. Mittel der ersten Wahl sind Penicilline (z. B. Penicillin V oral oder Penicillin G intravenös bei schweren Verläufen). Bei Penicillinallergie werden Cephalosporine oder Clindamycin eingesetzt. Die Therapiedauer beträgt in der Regel 10 bis 14 Tage.
Allgemeinmaßnahmen
- Hochlagerung der betroffenen Extremität zur Abschwellung
- Kühle, feuchte Umschläge zur Linderung von Schmerzen und Überwärmung
- Bettruhe bei ausgeprägten Allgemeinsymptomen
- Behandlung der Eintrittspforte (z. B. Antimykotika bei Fußpilz)
Stationäre Behandlung
Bei schwerem Verlauf, ausgeprägtem Fieber, Komplikationen oder immungeschwächten Patienten ist eine stationäre Aufnahme mit intravenöser Antibiotikatherapie notwendig.
Rezidivprophylaxe
Bei häufig wiederkehrenden Erysipelen (mehr als 2 Episoden pro Jahr) kann eine Langzeit-Antibiotikatherapie (z. B. mit Penicillin V oder Benzathin-Penicillin als Monatsinjektion) zur Vorbeugung weiterer Schübe erwogen werden. Zusätzlich sollte die zugrundeliegende Eintrittspforte konsequent behandelt werden.
Komplikationen
Ohne adäquate Behandlung kann ein Erysipel zu ernsthaften Komplikationen führen, darunter:
- Abszessbildung oder Phlegmone (tiefe Gewebsinfektion)
- Nekrotisierende Fasziitis (lebensbedrohliche Tiefinfektion)
- Sepsis (Blutvergiftung)
- Chronisches Lymphödem durch wiederholte Episoden
- Poststreptokokken-Komplikationen (selten)
Quellen
- Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG): Leitlinie Hautinfektionen, AWMF-Register Nr. 013-006 (2021).
- Sunderkötter C. et al. – Hautinfektionen durch Streptokokken und Staphylokokken. Dtsch Arztebl Int. 2019;116(45):764-771.
- World Health Organization (WHO): Skin and soft tissue infections – clinical management guidelines. WHO Publications, Genf.
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